Gartenkalender

Gartenarbeit im Mai

Der Mai ist der Monat, auf den der Garten gewartet hat. Die Tage dauern von gut vierzehn auf über sechzehn Stunden, der Boden ist warm, und fast alles, was im Haus vorgezogen wurde, darf nach draußen. Zugleich bringt der Mai die letzte Bewährungsprobe des Winters: die Eisheiligen.

Die Eisheiligen vom 11. bis 15. Mai (Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Kalte Sophie) gelten als Stichtage für den letzten Frost. Danach werden Spätfröste seltener, ausgeschlossen sind sie nicht: In Senken, in den Mittelgebirgen und im Alpenvorland kann es bis Ende Mai Nachtfrost geben, an der Küste sorgt die Nähe zum Meer eher für kühle, windige Tage als für Frost. Wer die Eisheiligen abwartet und den Wetterbericht im Blick behält, pflanzt die Frostempfindlichen mit gutem Gewissen aus.

Auspflanzen nach dem 15. Mai: Tomaten, Paprika, Chili

Mit dem Ende der Kalten Sophie beginnt die Pflanzzeit. Härte die Jungpflanzen eine Woche lang ab, indem du sie tagsüber nach draußen stellst und erst im Schatten, dann in der Sonne stehen lässt. Tomaten bekommen 80 × 50 cm, das sind 0,4 m² pro Pflanze, für sechs Pflanzen also 2,4 m². Paprika und Chili stehen mit 60 × 40 cm enger, vier Pflanzen belegen rund 1 m². Tomaten setzt du tief, Paprika und Chili nur so tief, wie sie im Topf standen.

Unter Dach, etwa im ungeheizten Gewächshaus, kannst du etwas früher beginnen, solange Vlies für kalte Nächte bereitliegt. Auberginen und Melonen gehören ebenfalls erst jetzt ins Beet.

Direktsaat der Wärmeliebenden: Bohnen, Gurken, Zucchini, Kürbis

Ab Mitte Mai dürfen Bohnen, Gurken, Zucchini und Kürbis direkt ins Beet. Bohnen keimen in 7 bis 12 Tagen und stehen im Abstand von 40 × 10 cm, das ergibt 25 Pflanzen pro Quadratmeter. Stangenbohnen bekommen von Anfang an eine Rankhilfe. Zucchini brauchen etwa 0,8 m² je Pflanze (100 × 80 cm), zwei Pflanzen also 1,6 m². Ein Kürbis mit 150 × 100 cm beansprucht allein 1,5 m². Gurken kommen mit 100 × 50 cm auf 0,5 m² und lassen sich am Gerüst in die Höhe führen.

Auch Karotten kannst du noch säen. Weil die Möhrenfliege ab Mai fliegt, deckst du die Reihe sofort mit einem Kulturschutznetz ab.

Erste Ernten: Erdbeeren, Radieschen, Salat, Spinat

Radieschen und Salat liefern jetzt fast täglich. Radieschen werden holzig, wenn sie zu lange stehen, ernte sie also, sobald sie die gewünschte Größe haben. Salat schießt bei Hitze, deshalb schneidest du ihn früh. Spinat bekommt von den langen Tagen den Impuls zur Blüte: Ernte ihn jung und säe nur noch an halbschattigen Plätzen nach.

Erdbeeren sind im Freiland meist erst ab Juni reif, unter Folie und in milden Lagen kommen die ersten Früchte Ende Mai. Lege Stroh unter die Pflanzen, gieße am Morgen und halte die Früchte möglichst trocken, damit sie nicht faulen.

Ziergarten, Kübel und Kräuter

Nach den Eisheiligen ziehen Kübelpflanzen aus dem Winterquartier um, am besten erst für ein, zwei Tage in den Halbschatten, damit die Blätter keinen Sonnenbrand bekommen. Das gilt auch für Zimmerpflanzen, die den Sommer im Freien verbringen: Monstera verträgt keine pralle Mittagssonne. Dahlien pflanzt du als Knollen jetzt ins Beet, hohe Sorten bekommen gleich einen Stab. Sonnenblumen säst du im Abstand von 60 × 40 cm direkt aus.

Lavendel und die Mittelmeerkräuter Rosmarin, Thymian, Salbei und Oregano setzt du an die sonnigste, durchlässigste Stelle. Basilikum und Schnittlauch mögen es feuchter und nährstoffreicher. Minze wuchert über Ausläufer, deshalb gehört sie in einen Kübel oder hinter eine Wurzelsperre.

Mulchen, Gießen und Regenwasser im Mai

Sobald sich der Boden erwärmt hat und feucht ist, mulchst du 3 bis 5 cm hoch, direkt am Stängel bleibt ein Ring frei. Für 10 m² und eine Schicht von 4 cm brauchst du 0,4 m³, also 400 Liter Material (10 × 0,04). Der Mulchmengen-Rechner nimmt dir das Rechnen ab.

Gegossen wird morgens und durchdringend, damit die Wurzeln in die Tiefe wachsen. Jungpflanzen brauchen in der ersten Woche täglich etwas Wasser, später genügen größere Gaben in größeren Abständen. Eine 20 m² große Dachfläche liefert pro Millimeter Regen theoretisch 20 Liter, bei 10 mm Niederschlag also bis zu 200 Liter für die Regentonne. Der Regenmengen-Rechner zeigt dir das für dein Dach.

Pflanzenschutz im Wonnemonat

Feuchte, warme Nächte sind die Hauptfraßzeit der Schnecken: Junge Zucchini, Kürbisse, Bohnen und Salat sind in einer Nacht kahl. Ein Schneckenzaun und regelmäßiges Absammeln wirken am zuverlässigsten, eisenphosphathaltiges Schneckenkorn gilt als schonendere Variante, wobei du Zulassung und Anwendungshinweise auf der Packung beachtest. Blattläuse an weichen Triebspitzen dezimieren ein Wasserstrahl und Marienkäferlarven. Bei Tomaten gießt du nur am Boden, so hat die spätere Braunfäule weniger Chancen.

Häufige Fragen zur Gartenarbeit im Mai

Gelten die Eisheiligen überall in Deutschland gleich?

Als Faustregel ja, in der Praxis nicht: In Senken und Mittelgebirgen kann es bis Ende Mai Nachtfrost geben, an der Küste ist er selten. Eine Einschätzung für deine Lage gibt der Frosttermin-Rechner.

Wie schütze ich frisch gepflanzte Tomaten vor einer späten Frostnacht?

Decke sie am Abend mit einem doppelten Vlies oder einem umgestülpten Eimer ab und nimm die Abdeckung morgens wieder ab. Gieße außerdem vor der Frostnacht, denn feuchter Boden speichert Wärme besser als trockener. Töpfe holst du ins Haus.

Kann ich im Mai noch Tomaten aussäen?

Möglich, aber spät, die Ernte beginnt dann erst im Spätsommer. Wähle frühe, kleinfruchtige Sorten und stelle die Pflanzen ins Gewächshaus oder an eine warme Südwand. Einfacher sind Jungpflanzen aus der Gärtnerei.

Schmecken Zucchini und Kürbis aus dem Nachbarbeet anders?

Die Früchte des laufenden Jahres nicht. Kritisch ist nur Saatgut aus eigener Ernte: Nah verwandte Sorten kreuzen sich, und die Nachkommen können bitter werden. Bitter schmeckende Zucchini oder Kürbisse isst du nicht.

Passende Ratgeber