Gartenkalender

Gartenarbeit im April

Der April macht, was er will: Sonne, Graupelschauer, Wärme am Mittag und Frost in der Nacht wechseln innerhalb eines Tages. Für den Garten ist er trotzdem der erste große Arbeitsmonat. Der Boden hat sich erwärmt, die Tage dauern von knapp dreizehn auf gut vierzehn Stunden, und fast alles, was im März vorbereitet wurde, kommt jetzt ins Beet.

Jetzt pflanzen

Jetzt ernten

Typisch für den April sind Spätfröste in klaren Nächten, besonders in Senken, wo sich kalte Luft staut. Zugleich blühen die Obstbäume, und eine einzige Frostnacht kann die Ernte eines ganzen Jahres kosten. In den Mittelgebirgen verschiebt sich die Entwicklung oft um mehrere Wochen nach hinten, an der Küste bleibt es durch Wind und kalte See kühler als im Binnenland, im Südwesten steht manche Kirsche längst in voller Blüte. Setze abgehärtete Pflanzen deshalb nur ins Freie, wenn die Vorhersage keinen Frost mehr zeigt.

Kartoffeln legen: der April ist ihr Monat

Hauptpflanzzeit für Kartoffeln ist der April, sobald der Boden nicht mehr durchgehend gefroren ist. Lege die vorgekeimten Knollen etwa 8 bis 10 cm tief, mit 70 cm Reihen- und 35 cm Pflanzabstand. Für 20 Knollen brauchst du 7 m Reihe (20 × 0,35 m), zum Beispiel zwei Reihen à 3,5 m auf einer Fläche von rund 5 m² (20 × 0,245 m²). Sobald das Kraut 15 bis 20 cm hoch ist, häufelst du es an, damit die Knollen im Dunkeln bleiben.

Verteile frühe, mittelfrühe und späte Sorten auf mehrere Beete, so erntest du von Juni bis in den Herbst. Treiben die ersten Triebe schon durch die Erde, bevor der Frost vorbei ist, deckst du sie nachts mit Vlies ab oder häufelst Erde darüber.

Salat, Kohlrabi, Radieschen: im Takt säen und setzen

Im April füllen sich die Beete im Wochenrhythmus. Salat pflanzt du als Jungpflanze mit 30 × 25 cm Abstand, das sind gut 13 Pflanzen pro Quadratmeter, und setzt ihn so flach, dass das Herz frei bleibt. Alle zwei bis drei Wochen folgt ein neuer Satz, damit nicht alle Köpfe gleichzeitig reif werden. Kohlrabi-Jungpflanzen brauchen etwa 30 × 30 cm, ein Kulturschutznetz hält die Kohlfliege fern. Radieschen säst du im selben Takt.

Die ersten Ernten kommen aus den Märzsaaten: Spinat nach sechs bis acht Wochen, Radieschen nach vier bis sechs, dazu Rhabarber, dessen Stiele jetzt kräftig werden. Bei Erbsen aus der Märzsaat stellst du jetzt die Rankhilfen auf, bevor die ersten Ranken nach Halt suchen.

Wärmeliebende vorziehen: Gurken, Zucchini, Kürbis

Gurken, Zucchini und Kürbis wachsen schnell, säst du sie zu früh aus, werden die Pflanzen im Topf zu groß. Rechne rückwärts: Für das Auspflanzen um den 15. Mai säst du etwa vier Wochen vorher, also um den 17. April. Die Samen keimen in 6 bis 10 Tagen, Gurken brauchen dafür mindestens 20 °C. Säe einzeln in Töpfe, denn diese Wurzeln vertragen das Pikieren schlecht.

Zucchini und Kürbis stehen im Pflanzkalender für April und Mai. Melonen säst du jetzt ebenfalls an, die Ernte gelingt aber nur im Gewächshaus oder unter Folie zuverlässig. Vorgezogene Tomaten und Paprika stellst du an milden Tagen ein paar Stunden nach draußen, damit sie abhärten, nachts kommen sie wieder ins Haus.

Obstblüte und Spätfrost

Wenn Kirschen, Birnen und Äpfel blühen, hängt die Ernte an der Wetterlage. Schon leichter Frost knapp unter 0 °C schädigt offene Blüten. Bei klarem Himmel und Frostwarnung deckst du kleine Bäume, Spaliere und Erdbeeren am Abend mit Vlies ab, vor allem Aprikose und Pfirsich mit ihrer frühen Blüte. Am Morgen muss das Vlies wieder herunter, damit Bienen und Hummeln die Blüten bestäuben können.

Erdbeeren pflanzt du jetzt mit 40 × 30 cm Abstand, das sind etwa acht Pflanzen pro Quadratmeter, für 25 Pflanzen also 3 m². Setze sie so, dass das Herz auf Bodenhöhe sitzt. Weintrauben kommen im April oder Mai an eine sonnige, geschützte Wand.

Zimmerpflanzen umtopfen, Stauden setzen

Mit mehr Licht startet das Wachstum der Zimmerpflanzen. Monstera, Ficus, Grünlilie und Efeutute stehen im Pflanzkalender für April und Mai, ebenso Aloe Vera und Sansevieria. Topfe nur um eine Größe höher um, also etwa 2 bis 4 cm mehr Durchmesser, und gieße danach zurückhaltend. Aloe und Sansevieria bekommen durchlässige Kakteenerde.

Draußen ist Staudenzeit: Stauden und Hortensien pflanzt du jetzt, die Knollen der Dahlien treibst du im Topf vor und setzt sie erst nach den Eisheiligen aus. Bei Tulpen und Narzissen lässt du das Laub nach der Blüte stehen, bis es vergilbt ist.

Pflanzenschutz im Aprilwetter

Kalte Nächte bremsen manche Schädlinge, aber nicht alle. Schnecken fressen Jungsalat und Kohlrabi über Nacht ab, setze die Pflanzen deshalb erst, wenn der Schutz bereit ist: Schneckenzaun, abendliches Absammeln oder Barrieren aus rauem Material. Blattläuse spritzt du mit scharfem Wasserstrahl ab, bevor sie sich vermehren. Auf Möhren- und Kohlbeeten verhindern Netze die Eiablage von Möhren- und Kohlfliege. Setzt du ein Pflanzenschutzmittel ein, beachte Zulassung und Anwendungshinweise auf der Packung.

Häufige Fragen zur Gartenarbeit im April

Kann ich im April schon Tomaten ins Freiland setzen?

Nein, erst nach den Eisheiligen Mitte Mai. Im ungeheizten Gewächshaus geht es etwas früher, wenn du Vlies für kalte Nächte bereithältst. Im April härtest du die Jungpflanzen nur stundenweise ab.

Welche Gemüse darf ich im April noch nicht ins Freiland säen?

Bohnen, Gurken, Zucchini und Kürbis, denn sie vertragen keinen Frost. Ihre Direktsaat im Freiland folgt ab Mitte Mai. Vorziehen im Haus ist dagegen schon möglich, den Termin je Pflanze zeigt der Aussaatkalender.

Kann ich im April noch Obstbäume pflanzen?

Ja, solange der Boden frostfrei ist. Containerware lässt sich fast das ganze Jahr pflanzen, wurzelnackte Bäume sollten dagegen vor dem Austrieb im Boden sein. Danach wässerst du regelmäßig, bis der Baum eingewurzelt ist.

Wie oft muss ich im April gießen?

Meist nur bei länger anhaltender Trockenheit, aber frisch gesäte Reihen und Jungpflanzen dürfen nicht austrocknen. Gieße lieber einmal durchdringend am Morgen als täglich wenig. Eine dünne Mulchschicht hält die Feuchtigkeit im Boden.

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