Pflanzensteckbrief

🔴 Radieschen

GemüseSchwachzehrer
🌱
Aussäen
Mär, Apr, Mai, Jun, Jul, Aug, Sep
🪴
Pflanzen
Keine Direktsaat/Pflanzung üblich
🧺
Ernten
Apr, Mai, Jun, Jul, Aug, Sep, Okt
⏱️
Keimdauer
3–7 Tage
📏
Reihen- × Pflanzabstand
15 × 4 cm
💧
Wasserbedarf
10 L/m²/Woche
🧪
Düngerbedarf
20 g/m²
☀️
Kategorie
Gemüse

Radieschen im Überblick

Das Radieschen (Raphanus sativus var. sativus) ist ein Kreuzblütler wie Kohl, Senf und Rucola und stammt vermutlich aus Asien. Es gehört zu den schnellsten Gemüsen im Garten: Zwischen Aussaat und Ernte liegen nur vier bis sechs Wochen. Die Knolle ist rot, rosa, weiß oder zweifarbig, rund oder länglich und schmeckt durch Senföle angenehm scharf. Der Rettich gehört zur selben Art, wird aber deutlich größer und braucht viel länger.

Als Schwachzehrer begnügt sich das Radieschen mit etwa 20 g organischem Dünger pro Quadratmeter. Mehr schadet eher: Viel Stickstoff bringt Laub statt Knollen. Der Wasserbedarf ist mit rund 10 Litern pro Quadratmeter und Woche dagegen nicht gering, denn Trockenheit macht die Knollen scharf, holzig und pelzig. Gleichmäßige Feuchte ist wichtiger als jede Düngung.

Der Platzbedarf ist klein: Bei 15 cm Reihen- und 4 cm Pflanzabstand stehen rund 167 Pflanzen auf einem Quadratmeter (etwa 6,7 Reihen mit je 25 Pflanzen). Praktisch rechnest du in Reihen: Eine Reihe von 1 m Länge fasst bei 4 cm Abstand 25 Pflanzen und liefert mit 0,02 kg je Knolle etwa 0,5 kg. Wer alle zwei bis drei Wochen eine neue Reihe sät, hat von April bis Oktober laufend frische Radieschen.

Standort & Boden

Sonnig bis halbschattig, im Hochsommer lieber ein schattigeres Plätzchen wählen, sonst schießen die Pflanzen statt Knollen zu bilden.

Lockerer, humoser und steinfreier Boden ohne frischen Mist. Radieschen sind Schwachzehrer.

Aussaat & Pflanzung

Direktsaat von März bis September in mehreren Sätzen im Abstand von 2–3 Wochen für laufende Ernte.

Pflege

Gleichmäßig feucht halten – bei Trockenheit werden die Knollen schnell scharf und holzig. Reihen dünn halten, damit sich runde Knollen bilden.

Ernte

Schon nach 4–6 Wochen erntereif, sobald die Knollen die gewünschte Größe erreicht haben. Nicht zu lange stehen lassen, da sie sonst holzig werden.

Sorten und Auswahl

Die klassischen runden, roten Sorten reifen am schnellsten und eignen sich für die Aussaat im März und April. Längliche weiße oder rot-weiße Typen bleiben oft etwas länger knackig und milder, bunte Sorten in Gelb oder Violett sind eher eine Spielerei. Im Hochsommer wählst du hitze- und schossfeste Sorten, im zeitigen Frühjahr Typen, die kühle Temperaturen vertragen und unter Vlies besonders früh liefern.

Radieschensamen bleiben bei kühler, trockener Lagerung etwa vier Jahre keimfähig, Reste aus dem Vorjahr sind also meist noch brauchbar. Eigenes Saatgut ist möglich, wenn eine Pflanze schießt und Schoten bildet. Allerdings kreuzen sich Radieschen und Rettich als dieselbe Art, und die Ergebnisse schwanken. Gekauftes Saatgut ist daher einfacher.

Radieschen anbauen: Schritt für Schritt

  1. Ab März: Sobald der Boden bearbeitbar ist, säst du die erste Reihe mit 15 cm Reihenabstand, dünn und nur 1 bis 2 cm tief. Die Keimung dauert 3 bis 7 Tage, den Termin liefert der Keimdauer-Rechner. Frühe Sätze deckst du mit Vlies ab.
  2. Nach dem Auflaufen: Vereinzele auf 4 cm Abstand, damit sich runde Knollen bilden. Fläche und Stückzahl für dein Beet liefert der Pflanzabstandsrechner.
  3. April bis Mai: Säe alle zwei bis drei Wochen eine neue Reihe an einer anderen Stelle (Staffelsaat). Arbeite vorher reifen Kompost ein, aber keinen frischen Dünger.
  4. Gießen und Düngen: Zehn Liter pro Quadratmeter und Woche sind der Richtwert, ein Beet von 2 m² braucht also etwa 20 Liter, andere Flächen rechnet der Bewässerungsrechner. Bei 20 g organischem Dünger je Quadratmeter genügen auf diesem Beet 40 g, die Menge für andere Flächen nennt der Düngerrechner.
  5. Juni bis August: Säe im Hochsommer an halbschattigen Plätzen, etwa zwischen höheren Pflanzen, und gieße morgens. Bei Hitze und langen Tagen blühen Radieschen schnell, statt Knollen zu bilden.
  6. August bis September: Mit den letzten Sätzen sicherst du die Ernte bis in den Oktober. Die kühlere Witterung kommt den Knollen entgegen.
  7. Ernte: Zieh die Knollen nach vier bis sechs Wochen, sobald sie 2 bis 3 cm Durchmesser haben, am besten vormittags.
  8. Nach der Ernte: Lockere den Boden und baue auf der Fläche in den nächsten drei bis vier Jahren keine Kohlgewächse an, denn Radieschen sind ebenfalls Kreuzblütler. Das gilt auch für Senf als Gründüngung, mehr dazu im Gründüngungsberater.

Häufige Fehler

  • Zu tief oder zu dicht säen. Tiefer als 2 cm wachsen lange, dünne Wurzeln statt Knollen, in dichten Reihen entstehen nur Blätter. Säe flach und vereinzele früh auf 4 cm.
  • Trocken stehen lassen. Bei Wassermangel werden Radieschen scharf, holzig und im Inneren pelzig-schwammig. Gieße gleichmäßig und mulche zwischen den Reihen leicht.
  • Zu spät ernten. Nach wenigen Tagen Überreife reißen die Knollen auf oder werden pelzig. Säe lieber kleine Sätze und erntest nach dem Zeitplan.
  • Im Hochsommer in praller Sonne säen. Hitze und lange Tage lösen das Schossen aus, die Pflanzen bilden Blütenstängel. Wähle halbschattige Plätze und schossfeste Sorten.
  • Schädlinge unterschätzen. Bei Trockenheit löchern Erdflöhe die Keimblätter, Schnecken fressen Keimlinge, Blattläuse sitzen im Herz. Ein Kulturschutznetz direkt nach der Aussaat und gleichmäßige Feuchte helfen am besten.
  • Immer wieder auf dasselbe Beet. Gerade nach Kohl steigt das Risiko für Bodenkrankheiten der Kreuzblütler. Plane Pausen und nutze den Fruchtfolge-Planer.

Ernte, Verwendung und Lagerung

Nach vier bis sechs Wochen sind die ersten Radieschen reif, wenn die Schulter etwa 2 bis 3 cm dick aus der Erde schaut. Eine Probe zeigt, ob die Knolle fest ist. Warte nicht länger als nötig, denn Überreife werden pelzig. Auch die Blätter sind essbar, junge lassen sich zu Pesto oder Kräuterquark verarbeiten.

Mit abgeschnittenem Laub halten sich Radieschen im Gemüsefach, in ein feuchtes Tuch geschlagen, bis zu einer Woche. Am besten schmecken sie roh auf dem Butterbrot oder im Salat, in dünne Scheiben gehobelt; kurz in Butter gedünstet werden sie mild. Süßsauer eingelegt halten sie sich einige Wochen im Kühlschrank. Zum Einfrieren eignen sie sich nicht.

🤝 Gute Nachbarn

KarottenSalatErbsen

🚫 Schlechte Nachbarn

Gurken

Typische Probleme

Häufige Fragen zu Radieschen

Warum bilden meine Radieschen nur Blätter und keine Knollen?

Meist stehen sie zu dicht, zu schattig oder zu warm, oder der Boden ist zu stickstoffreich. Vereinzele auf 4 cm Abstand, säe flach und verzichte auf frischen Dünger. Im Hochsommer helfen Halbschatten und schossfeste Sorten.

Wie oft kann ich Radieschen säen?

Von März bis September alle zwei bis drei Wochen eine neue Reihe, an wechselnden Stellen im Beet. So erntest du von April bis Oktober laufend. Eine einzige große Aussaat bringt dagegen alles gleichzeitig und viel davon wird überreif.

Warum sind Radieschen scharf oder pelzig?

Trockenheit und Hitze machen Radieschen scharf und lassen sie innen schwammig werden, ebenso eine zu späte Ernte. Gieße gleichmäßig und erntest nach vier bis sechs Wochen.

Was ist der Unterschied zwischen Radieschen und Rettich?

Beide gehören zur Art Raphanus sativus. Das Radieschen ist klein, steht auf 4 cm Abstand und ist nach vier bis sechs Wochen erntereif; der Rettich wird groß, braucht 20 cm Abstand und sechs bis acht Wochen oder bei Winterrettich deutlich länger. Mehr dazu auf der Seite Rettich.

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