Pflanzensteckbrief

🌿 Rosmarin

KräuterSchwachzehrer
🌱
Aussäen
Keine Direktsaat/Pflanzung üblich
🪴
Pflanzen
Mai
🧺
Ernten
Mai, Jun, Jul, Aug, Sep
⏱️
Keimdauer
14–25 Tage
📏
Reihen- × Pflanzabstand
50 × 40 cm
💧
Wasserbedarf
3 L/m²/Woche
🧪
Düngerbedarf
10 g/m²
☀️
Kategorie
Kräuter

Rosmarin im Überblick

Rosmarin ist ein immergrüner Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum. Botanisch heißt er seit einigen Jahren Salvia rosmarinus und steht damit dem Salbei nahe. Die nadelartigen Blätter sind harzig-würzig und reich an ätherischem Öl, im Frühjahr erscheinen kleine hellblaue Blüten, und je nach Typ wird die Pflanze 50 bis 150 cm hoch.

In Deutschland ist er nur bedingt winterhart: In milden Lagen wie Weinbaugebieten oder an der Küste übersteht er den Winter oft draußen, in kalten Regionen friert er bei langen Frösten zurück. Als Schwachzehrer mit nur 3 Litern Wasser pro Quadratmeter und Woche und 10 g organischem Dünger pro Quadratmeter ist er pflegeleicht, solange er trocken genug steht.

Bei 50 × 40 cm Abstand wachsen fünf Pflanzen auf einem Quadratmeter, die rechnerisch rund 0,5 kg Triebe liefern. Weil Rosmarin über Jahre breit und buschig wird, genügen im Garten meist eine bis drei Pflanzen.

Standort & Boden

Vollsonnig und warm, ideal an einer Mauer – mediterranes Kraut, das Wärme liebt.

Durchlässiger, eher magerer und kalkhaltiger Boden, keine Staunässe.

Aussaat & Pflanzung

Aussaat schwierig und langwierig, meist einfacher über Stecklinge oder vorgezogene Jungpflanzen im Mai.

Pflege

Sehr genügsam und trockenheitsverträglich, nur bei anhaltender Dürre zusätzlich gießen. Im Kübel kultivierte Pflanzen frostfrei überwintern.

Ernte

Ganzjährig junge Triebe ernten, im Freiland am besten außerhalb strenger Frostperioden.

Sorten und Auswahl

Rosmarin gibt es als aufrechten, buschig-hohen Typ und als niederliegenden, hängenden Typ. Aufrechte Typen eignen sich für Beete und als niedrige Hecke, hängende für Trockenmauern, Kübelränder und Hochbeetkanten. Die Blütenfarbe reicht von hellem Blau über Violett bis Weiß und Rosa.

Wichtigstes Auswahlkriterium ist die Frosthärte. Als winterhart angebotene Typen gelten als robuster und vertragen kurze Fröste bis etwa –10 °C, einen Freibrief gibt das aber nicht. Stecklinge bleiben sortenecht, Pflanzen aus Samen fallen dagegen uneinheitlich aus.

Rosmarin anbauen: Schritt für Schritt

  1. Frühjahr: Aus Samen ist Rosmarin mühsam, die Keimung dauert 14 bis 25 Tage und verläuft unregelmäßig. Einfacher startest du mit einer Jungpflanze oder mit Stecklingen aus 10 cm langen Triebspitzen, die in Wasser oder Sand-Erde-Gemisch Wurzeln bilden.
  2. Mai: Nach den letzten Frösten an einen vollsonnigen, geschützten Platz pflanzen, am besten vor eine Süd- oder Westwand, mit 50 × 40 cm Abstand. Schweren Boden mischst du mit Sand oder Splitt, ein leichter Hügel verhindert Staunässe. Die Pflanzenzahl rechnet der Pflanzenanzahl-Rechner aus.
  3. Im Kübel: Topf ab etwa 10 Litern mit Abzugsloch, Kräutererde mit einem Drittel Sand und eine Drainageschicht.
  4. Juni bis August: Sparsam gießen, im Beet rund 3 Liter pro Quadratmeter und Woche, im Topf erst, wenn die obere Erdschicht trocken ist. Gedüngt wird kaum, höchstens 10 g organischer Dünger pro Quadratmeter im Frühjahr.
  5. Nach der Blüte: Schneide Rosmarin um etwa ein Drittel zurück, nur im beblätterten Bereich, nie in kahles Altholz. Die regelmäßige Ernte von Triebspitzen hält die Pflanze zusätzlich buschig.
  6. Oktober bis Februar: Im Beet schützt du die Pflanze mit Fichtenreisig und Vlies, auch gegen Wintersonne. Kübel kommen hell und frostfrei ins Haus, bei etwa 5 bis 10 °C, gegossen wird nur sparsam. Mehr dazu im Ratgeber Kübelpflanzen überwintern.

Häufige Fehler

  • Staunässe. Bei dauernd nasser Erde oder vollem Untersetzer faulen die Wurzeln. Nutze durchlässige Erde, ein Abzugsloch und leere den Untersetzer.
  • Zu warm und dunkel überwintern. Im warmen Wohnzimmer wirft er Nadeln ab und bekommt Läuse und Spinnmilben. Richtig sind ein heller Platz und etwa 5 bis 10 °C.
  • Schnitt ins Altholz. Aus verholzten, nadellosen Zweigen treibt er kaum aus, die Lücken bleiben. Kürze nur grüne, beblätterte Triebe.
  • Ungeschützt in die Wintersonne. Scheint die Sonne auf gefrorenen Boden, trocknen die Nadeln aus, weil die Wurzeln kein Wasser nachliefern. Vlies oder Reisig als Schatten verhindern diese Frosttrocknis.
  • Mit Basilikum zusammenpflanzen. Basilikum will es feucht und nährstoffreich, Rosmarin trocken und karg. Besser passen Salbei, Thymian und Lavendel.

Ernte, Verwendung und Lagerung

Rosmarin lässt sich fast ganzjährig ernten; die Hauptzeit ist von Mai bis September, wenn die Triebe kräftig wachsen. Schneide junge, weiche Triebspitzen von 5 bis 10 cm, sie sind am aromatischsten. Im Winter nimmst du nur wenige Zweige und nur an frostfreien Tagen.

In der Küche passt Rosmarin zu Ofenkartoffeln, Lamm, Geflügel, Fisch, Focaccia und Tomatensoßen; die Nadeln sind hart, deshalb hackst du sie fein oder entfernst ganze Zweige vor dem Servieren. Gut getrocknet behält er sein Aroma: Zweige luftig aufhängen und die Nadeln abstreifen. Ganze Zweige lassen sich außerdem einfrieren, in Essig einlegen und als Rosmarinsalz bevorraten.

🤝 Gute Nachbarn

SalbeiThymianLavendel

🚫 Schlechte Nachbarn

Basilikum

Häufige Fragen zu Rosmarin

Ist Rosmarin im Garten winterhart?

Nur bedingt. In milden Lagen und mit Schutz übersteht er den Winter oft, längere Fröste unter etwa –10 °C und Winternässe überlebt er aber selten. Ein Platz an der Hauswand, Reisig und Vlies gegen Wintersonne erhöhen die Chancen, im Kübel ist das frostfreie Quartier sicherer.

Warum wirft mein Rosmarin Nadeln ab?

Meist ist Staunässe die Ursache, seltener ein ausgetrockneter Ballen. Im Winterquartier kommen zu hohe Temperaturen und zu wenig Licht dazu. Prüfe die Erde mit dem Finger, gieße nur bei trockener Oberfläche und stelle die Pflanze kühl und hell.

Wann schneide ich Rosmarin zurück?

Nach der Blüte im Frühjahr oder Frühsommer, um etwa ein Drittel und nur im beblätterten Bereich. Starke Rückschnitte im Herbst vermeidest du, weil der Neuaustrieb sonst erfriert.

Wie viel Platz braucht Rosmarin im Kübel?

Rechne mit einem Topf ab etwa 10 Litern, bei älteren Pflanzen eher 20 bis 30 Litern. Er braucht ein Abzugsloch und eine sonnige Stelle, die Erde mischst du mit einem Drittel Sand oder Blähton.

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