Pflanzensteckbrief

🥬 Salat

GemüseMittelzehrer
🌱
Aussäen
Feb, Mär, Apr, Mai, Jun, Jul, Aug
🪴
Pflanzen
Apr, Mai, Jun, Jul, Aug
🧺
Ernten
Mai, Jun, Jul, Aug, Sep, Okt
⏱️
Keimdauer
4–10 Tage
📏
Reihen- × Pflanzabstand
30 × 25 cm
💧
Wasserbedarf
10 L/m²/Woche
🧪
Düngerbedarf
50 g/m²
☀️
Kategorie
Gemüse

Salat im Überblick

Gartensalat (Lactuca sativa) gehört zu den Korbblütlern und stammt aus dem Mittelmeerraum und Vorderasien. Er ist eine der schnellsten Kulturen im Garten: Von der Pflanzung bis zur Ernte vergehen meist nur vier bis acht Wochen. In den Blättern steckt ein Milchsaft mit Bitterstoffen, der bei zarten, jungen Pflanzen kaum auffällt, bei Hitze, Trockenheit und beim Schossen aber deutlich zunimmt.

Salat wurzelt flach und reagiert empfindlich auf Austrocknung. Er ist ein Mittelzehrer, braucht aber vor allem lockeren, humosen Boden und gleichmäßige Feuchte, etwa 10 Liter pro Quadratmeter und Woche. Mit Stickstoff gehst du sparsam um, denn bei viel Dünger und wenig Licht reichert Salat Nitrat in den Blättern an. Eine Gabe vor der Pflanzung genügt, etwa 50 g organischer Dünger pro Quadratmeter; die Menge für dein Beet liefert der Düngerrechner.

Mit 30 cm Reihen- und 25 cm Pflanzabstand stehen gut 13 Köpfe auf einem Quadratmeter (etwa 3,3 Reihen mal 4 Pflanzen). Bei rund 0,3 kg je Kopf sind das etwa 4 kg pro Quadratmeter. Damit nicht alles gleichzeitig reif wird, pflanzt du in Sätzen: Wer pro Woche zwei Köpfe verbraucht, setzt alle zwei Wochen vier nach, das ist gerade einmal ein knappes Drittel Quadratmeter pro Satz (4 geteilt durch 13,3).

Standort & Boden

Sonnig bis halbschattig, im Hochsommer eher Halbschatten gegen vorzeitiges Schießen.

Humusreicher, gleichmäßig feuchter Boden mit guter Nährstoffversorgung – Salat wurzelt flach und reagiert empfindlich auf Austrocknung.

Aussaat & Pflanzung

Von Februar (Vorkultur) bis August in mehreren Sätzen aussäen oder pflanzen, so gibt es über die ganze Saison frischen Salat.

Pflege

Regelmäßig gießen, da Salat flach wurzelt und schnell austrocknet. Bei Hitze früh ernten, bevor die Pflanzen in Blüte gehen (schießen) und bitter werden.

Ernte

Je nach Satz von Mai bis Oktober, sobald sich ein fester Kopf gebildet hat oder bei Pflücksalaten laufend blattweise.

Sorten und Auswahl

Kopfsalat bildet einen geschlossenen Kopf mit weichen, zarten Blättern, bei Eissalat und Batavia sind die Köpfe fester und knackiger. Römersalat wächst aufrecht mit kräftigen Blättern und kommt mit Hitze oft besser zurecht. Pflück- und Schnittsalate bilden keinen Kopf, du erntest sie blattweise oder schneidest sie ab, sie schossen später und sind schnell nutzbar. Eichblatt- und Lollo-Typen sehen hübsch aus und eignen sich besonders für gemischte Pflücksalate.

Entscheidend ist die Jahreszeit: Auf der Saatgutpackung steht, ob eine Sorte für Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter gedacht ist. Wer im Hochsommer eine Frühjahrssorte sät, erntet Schosser. Wähle für Juni und Juli ausdrücklich schossfeste Sommersorten und achte bei Mehltau und Blattläusen auf Resistenzangaben. Salat ist ein Selbstbefruchter, der Nachbau gelingt deshalb besonders leicht: Lass eine gesunde Pflanze schießen, sammle die Samen und lagere sie trocken, sie bleiben etwa drei Jahre keimfähig. Die Grundlagen stehen im Ratgeber Saatgut gewinnen und lagern.

Salat anbauen: Schritt für Schritt

  1. Februar bis März: Für frühe Sätze säst du im Haus oder im Frühbeet. Salat ist ein Lichtkeimer, du streust die Samen deshalb nur auf die Anzuchterde und drückst sie an oder siebst sie hauchdünn ab. Die Keimung dauert 4 bis 10 Tage, den Termin liefert der Keimdauer-Rechner.
  2. Ab April: Jungpflanzen mit drei bis vier echten Blättern ins Beet setzen, mit 30 cm Reihen- und 25 cm Pflanzabstand. Für dein Beet rechnet das der Pflanzabstandsrechner durch. Die Ballen kommen so in die Erde, dass das Herz frei bleibt, bei Frostgefahr legst du Vlies auf.
  3. April bis Juni: Direktsaat in Rillen von 0,5 bis 1 cm Tiefe, später auf 25 cm vereinzeln; Pflücksalat darf dichter stehen. Wiederhole die Aussaat alle zwei bis drei Wochen, die passenden Termine zeigt der Aussaatkalender.
  4. Mai bis Juli: Gieße gleichmäßig und am besten morgens, direkt am Boden und ohne die Herzen zu durchnässen. Der Richtwert von 10 Litern pro Quadratmeter und Woche, Regen eingerechnet, lässt sich mit dem Bewässerungsrechner umrechnen. Hacke nur flach, denn die Wurzeln liegen dicht unter der Oberfläche.
  5. Juni bis Juli: Im Hochsommer setzt du Salat lieber in den Halbschatten, etwa zwischen Stangenbohnen oder neben hohen Tomaten, und verwendest nur schossfeste Sommersorten. Ab etwa 25 °C keimen Salatsamen unsicher, stelle Anzuchtschalen dann an einen kühleren Platz.
  6. Ab Mai bis in den Oktober: Kopfsalat morgens schneiden, solange die Blätter prall sind. Streckt sich ein Kopf in der Mitte in die Länge, schießt er, dann erntest du sofort.
  7. Juli bis August: Die letzten Sätze für den Herbst. Aussaat und Pflanzung sind bis in den August möglich, dafür wählst du Herbst- und Wintersorten und hältst bei den ersten kalten Nächten Vlies bereit.
  8. September bis Oktober: Abgeerntete Beete räumst du komplett ab und entfernst Strünke und Reste, damit sich weder Schnecken noch Fäulnis halten.

Häufige Fehler

  • Zu tief pflanzen. Sitzt das Herz in der Erde, fault der Kopf bei Nässe am Strunk. Die Wurzeln gehören unter die Erde, die Blätter nicht.
  • Alles auf einmal pflanzen. Wer ein Dutzend Köpfe am selben Tag setzt, erntet sie am selben Tag, und ein Teil wird zu groß oder schießt. Säe und pflanze in kleinen Sätzen alle zwei bis drei Wochen.
  • Samen zu tief oder bei Hitze keimen lassen. Salat braucht Licht zum Keimen und geht bei hohen Temperaturen unsicher auf. Bedecke die Samen kaum und stelle Aussaaten im Hochsommer an einen kühleren Ort.
  • Hitze und Trockenheit unterschätzen. Dann schießt der Salat und wird bitter. Gieße gleichmäßig, wähle Halbschatten und schossfeste Sommersorten und ernte lieber früh.
  • Schnecken und Läuse zu spät bemerken. Junge Salatpflanzen sind Lieblingsfutter der Schnecken, im Herz und an den Blattunterseiten sitzen gern Blattläuse. Kontrolliere morgens und abends, sammle ab und ziehe empfindliche Jungpflanzen im Topf vor, bis sie kräftig sind.
  • Zu eng pflanzen und abends über die Köpfe gießen. Feuchte, dichte Bestände fördern Grauschimmel und Fäulnis. Halte den Abstand von 30 mal 25 cm ein und gieße morgens am Boden.

Ernte, Verwendung und Lagerung

Je nach Satz erntest du von Mai bis Oktober. Kopf- und Eissalat sind reif, wenn sich der Kopf fest und schwer anfühlt; schneide ihn knapp über dem Boden ab. Pflücksalat erntest du blattweise von außen, so wächst die Pflanze weiter, oder du schneidest ihn 3 bis 4 cm über dem Boden ab, dann treibt er noch zwei- bis dreimal nach. Am knackigsten sind die Blätter morgens, solange sie vom kühlen Vorabend prall sind. Streckt sich die Mitte eines Kopfes und werden die Blätter spitzer, schießt der Salat, dann ernte sofort, bevor er bitter wird.

Salat schmeckt am besten frisch. Ungewaschen und in ein feuchtes Tuch oder eine Dose mit Küchenpapier gewickelt hält er sich im Gemüsefach zwei bis drei Tage. Gewaschen wird erst kurz vor dem Anrichten, gut abgetropft oder geschleudert, das Dressing kommt erst am Tisch darauf. Zum Haltbarmachen eignet sich Salat kaum, beim Einfrieren wird er matschig. Bei einem Überschuss kannst du Kopfsalatblätter wie Spinat kurz dünsten oder in Suppen mitgaren.

🤝 Gute Nachbarn

RadieschenKarottenErdbeeren

🚫 Schlechte Nachbarn

Petersilie

Typische Probleme

Häufige Fragen zu Salat

Warum schießt mein Salat?

Lange Tage, Hitze und Trockenheit setzen die Blüte in Gang: Die Pflanze streckt sich, bildet einen Stängel und wird bitter. Wähle schossfeste Sommersorten, setze Salat in den Halbschatten, gieße gleichmäßig und ernte lieber früh. Einmal geschossener Salat lässt sich nicht retten, du kannst die Pflanze aber zur Samengewinnung stehen lassen.

Wann säe ich Salat, um die ganze Saison zu ernten?

Starte mit einer Vorkultur im Februar oder März und pflanze ab April aus. Danach säst du alle zwei bis drei Wochen nach, im Sommer mit hitzeverträglichen Sorten und Schatten, bis in den August. Mit Herbstsorten und Vlies erntest du bis in den Oktober. Die genauen Monate zeigt der Aussaatkalender.

Kann ich Salat im Balkonkasten ziehen?

Ja, besonders Pflück- und Schnittsalate eignen sich. Weil Salat flach wurzelt, genügen etwa 15 bis 20 cm Erdtiefe. Im Kasten trocknet die Erde schneller aus, kontrolliere sie an warmen Tagen täglich und stelle den Kasten im Hochsommer in den Halbschatten.

Was hilft gegen Schnecken am Salat?

Kontrolliere morgens und abends und sammle die Tiere ab, auch ausgelegte Bretter dienen als Verstecke, die du früh absuchst. Setze Jungpflanzen erst, wenn sie kräftig sind, und lasse dichten Mulch nicht direkt an den Pflanzen liegen. Weitere Möglichkeiten stehen bei den Schnecken und im Ratgeber Schädlinge natürlich bekämpfen.

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