💜 Lavendel
Lavendel im Überblick
Lavendel stammt aus dem westlichen Mittelmeerraum und gehört zu den Lippenblütlern, wie Rosmarin, Thymian und Salbei. Es ist ein Halbstrauch: Die Triebe verholzen von unten, die jungen Zweige bleiben krautig und tragen im Sommer die violetten Blütenähren. Echter Lavendel wird je nach Typ 30 bis 60 cm hoch und wächst zu einem runden Polster heran.
Lavendel ist ein Schwachzehrer und kommt mit etwa 3 Litern Wasser pro Quadratmeter und Woche aus. Das passt zu seiner Herkunft: karger, kalkhaltiger Boden, viel Sonne, Wind. Gefährlich wird ihm weniger die Kälte als Nässe um die Wurzeln, vor allem im Winter.
Als Bienen- und Hummelweide ist er im Sommergarten geschätzt und passt als Wegeinfassung, vor Südwänden oder neben Rosen. Eine gepflegte Pflanze bleibt viele Jahre ansehnlich; wird sie nach etwa einem Jahrzehnt kahl und sparrig, ersetzt du sie durch Stecklinge.
Standort & Boden
Vollsonnig und warm, ideal an einer Mauer oder in Beetnähe.
Durchlässiger, eher magerer und kalkhaltiger Boden – auf schwerem, nassem Boden fault Lavendel leicht.
Aussaat & Pflanzung
Aussaat ab Februar/März als Kaltkeimer möglich, meist einfacher über vorgezogene Jungpflanzen oder Stecklinge im Mai zu pflanzen.
Pflege
Sehr genügsam und trockenheitsverträglich, nur bei anhaltender Dürre zusätzlich gießen. Nach der Blüte einen kräftigen Rückschnitt vornehmen, damit die Pflanze nicht verholzt.
Ernte
Die Blütenstände am besten kurz vor der Vollblüte im Juli/August schneiden – dann ist der Duft am intensivsten.
Sorten und Auswahl
Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) ist die winterharte Standardart: kompakt, früh blühend und mit feinem Duft, der sich für Küche und Duftsäckchen eignet. Niedrige Typen mit 30 bis 40 cm Höhe passen als Beeteinfassung und in Töpfe, höhere um 60 cm bilden Hecken. Die Blütenfarbe reicht von dunklem Blauviolett über Rosa bis Weiß.
Lavandin (Lavandula × intermedia) ist eine Kreuzung: größer, später blühend, kräftiger im Duft und mit stärkerem Kampferton, für die Küche weniger fein. Schopflavendel ist nicht winterhart und braucht im Kübel ein frostfreies Quartier. Aus Samen fallen die Pflanzen uneinheitlich aus, sortenechte Typen kaufst du daher als Jungpflanze oder ziehst Stecklinge.
Lavendel anbauen: Schritt für Schritt
- Februar bis März: Samen drei bis vier Wochen feucht im Kühlschrank lagern, dann in magere Anzuchterde säen und kaum bedecken. Bei etwa 18 bis 20 °C keimen sie nach 14 bis 30 Tagen, den Termin nennt der Keimdauer-Rechner.
- April: Sämlinge mit mehreren Blattpaaren einzeln in kleine Töpfe pikieren, hell und kühl halten und sparsam gießen, denn dauernasse Erde lässt die Jungpflanzen faulen.
- Mai: Mit 40 × 40 cm Abstand an die sonnigste, durchlässigste Stelle pflanzen, nicht tiefer als im Topf. Schweren Boden vorher mit Sand oder Splitt abmagern, siehe Boden verbessern.
- Sommer: Bis zum Anwachsen gießen, danach nur in langen Trockenphasen, als Richtwert 3 Liter pro Quadratmeter und Woche; der Bewässerungsrechner rechnet es auf deine Fläche um. Gedüngt wird kaum, höchstens 20 g organischer Dünger pro Quadratmeter im Frühjahr.
- Nach der Blüte, bis spätestens Ende August: Alle Triebe um etwa ein Drittel kürzen, stets im grünen, beblätterten Bereich; mehr im Ratgeber Schneiden.
- November bis März: Im Beet genügt meist durchlässiger Boden, bei Kahlfrost hilft Reisig. Kübel stehen geschützt an der Hauswand, auf Füßen und gegen Durchfrieren verpackt; gegossen wird nur an frostfreien Tagen knapp. Im März formst du nach, mehr unter Kübelpflanzen überwintern.
Häufige Fehler
- Staunässe. Auf schwerem Lehm oder in Töpfen ohne Abzug faulen die Wurzeln, besonders im Winter. Pflanze auf abgemagertem Boden, im Kübel mit Drainageschicht.
- Falscher oder fehlender Schnitt. Ohne Rückschnitt verkahlt Lavendel von unten, wer ins kahle Altholz schneidet, bekommt Lücken, die nicht mehr zuwachsen. Kürze jedes Jahr nach der Blüte nur im beblätterten Bereich.
- Zu viel Dünger und Rindenmulch. Stickstoff macht weiche, frostanfällige Triebe mit wenig Duft, organischer Mulch hält den Boden zu feucht. Besser ist eine dünne Splittschicht, siehe Mulchen.
- Durstige Nachbarn. Neben feuchtigkeitsliebenden Stauden bekommt eine der beiden Pflanzen immer das falsche Wasser. Passender sind Salbei, Thymian und Rosmarin.
Ernte, Verwendung und Lagerung
Geerntet wird von Juli bis August. Der Duft ist am stärksten, wenn ein Drittel bis die Hälfte der Blüten an der Ähre offen ist. Schneide an einem trockenen Vormittag nach dem Abtrocknen des Taus, binde kleine Sträuße und hänge sie kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort auf. Nach ein bis zwei Wochen sind sie trocken und halten sich in Dosen oder Gläsern etwa ein Jahr.
In der Küche brauchst du Lavendel sehr sparsam, zu viel schmeckt seifig. Eine kleine Prise getrockneter Blüten passt in Kräutermischungen für Lamm und Geflügel, in Zucker für Gebäck, in Gelee und Eis. Nimm nur Blüten von unbehandelten Pflanzen. Für Duftsäckchen streifst du die trockenen Blüten von den Stielen ab.
🤝 Gute Nachbarn
🚫 Schlechte Nachbarn
Häufige Fragen zu Lavendel
Wann schneide ich Lavendel am besten?
Nach der Blüte, spätestens bis Ende August, kürzt du um etwa ein Drittel. Bei späterem Schnitt treiben weiche Zweige aus, die im Winter erfrieren können. Ein leichter Formschnitt im März ergänzt das.
Warum wird mein Lavendel von unten kahl?
Meist wurde nie oder zu zaghaft geschnitten, oder die Pflanze ist alt. Aus kahlem Holz treibt Lavendel kaum noch aus; nach etwa zehn Jahren lohnt sich der Ersatz durch Stecklinge.
Ist Lavendel im Kübel winterhart?
Echter Lavendel verträgt Frost, im Topf friert der Wurzelballen aber schneller durch. Stelle den Topf auf Füße an eine geschützte Hauswand, hülle ihn ein und halte Dauerregen fern. Schopflavendel gehört frostfrei ins Haus.
Wie ziehe ich Lavendel aus Stecklingen?
Im Sommer schneidest du 8 bis 10 cm lange, halb verholzte Triebspitzen ohne Blüten, entfernst die unteren Blätter und steckst sie in sandige Anzuchterde. Hell, warm und leicht feucht gehalten, bewurzeln sie sich nach einigen Wochen.
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