Gartenkalender

Gartenarbeit im Juni

Im Juni erreicht das Gartenjahr seinen längsten Tag: Zur Sommersonnenwende am 21. Juni dauert das Tageslicht im Süden gut 16, im Norden rund 17 Stunden. Der Garten wächst jetzt so schnell, dass man ihm dabei zusehen kann, und aus der Planung wird Ernte: Erdbeeren, Erbsen, Kohlrabi und Salat landen im Korb.

Jetzt pflanzen

Jetzt ernten

Das Wetter bleibt launisch. Häufig kommt es Anfang bis Mitte Juni zur Schafskälte, einem kühlen, nassen Wettereinbruch, der junge Pflanzen bremst. Die Siebenschläfer-Regel vom 27. Juni ist als Wetterprognose dagegen unzuverlässig. Schwere Gewitter mit Hagel treffen vor allem den Süden und die Mittelgebirge, an der Küste bleibt es kühler und windiger. Der Boden ist warm, die Nährstoffe werden schnell verbraucht, und alle Pflanzen brauchen nun regelmäßig Wasser.

Beete nie leer lassen: Nachsaat und Folgekulturen

Wo Kohlrabi, frühe Radieschen oder Salat abgeerntet sind, folgt die nächste Kultur. Der Kulturfolge-Assistent zeigt, was im laufenden Monat noch direkt gesät werden kann. Auf der Monatsliste stehen Buschbohnen, Salat als Nachsaat und Zucchini, dazu kommen Rote Bete, Fenchel, Mangold und Dill. Buschbohnen keimen in 7 bis 12 Tagen und liefern bei einer Saat Anfang Juni meist ab August. Direktsaat von Zucchini ist nur noch Anfang Juni sinnvoll, fertige Jungpflanzen setzt du bis Mitte des Monats.

Gepflanzt werden jetzt die langen Kulturen für Herbst und Winter. Lauch kommt mit 30 × 15 cm Abstand in tiefe Pflanzrillen, das sind rund 22 Pflanzen pro Quadratmeter, und wird später angehäufelt, damit die Schäfte lang und weiß bleiben. Sellerie braucht 40 × 40 cm, gut sechs Pflanzen pro Quadratmeter, und ein gleichmäßig feuchtes, nährstoffreiches Beet. Herbstkohl setzt du sofort unter ein Kulturschutznetz, das den Kohlweißling fernhält.

Erntebeginn: Erdbeeren, Erbsen, Kohlrabi, Salat

Erdbeeren haben jetzt ihre Hauptzeit. Pflücke morgens, wenn die Früchte abgetrocknet sind, und lege sie flach in eine Schale, damit sie nicht drücken. Überreife Früchte nimmst du täglich ab, sonst faulen sie und stecken ihre Nachbarn an. Erbsen erntest du laufend, sobald die Hülsen prall, aber noch zart sind. Kohlrabi bleibt zart, solange er etwa tennisballgroß ist, danach wird er schnell holzig. Salat für die Nachsaat gehört jetzt in den Halbschatten, sonst schießt er.

Beim Rhabarber beendest du die Ernte traditionell am Johannistag, dem 24. Juni, damit die Pflanze Kraft für das nächste Jahr sammeln kann. Danach bekommt sie eine Gabe Kompost. Auch erste Frühkartoffeln kannst du in warmen Lagen schon ausgraben.

Tomaten, Gurken, Zucchini: Pflege in der Wachstumsphase

Jetzt entscheidet sich, ob die Pflanzen gesund und ertragreich werden. Tomaten werden wöchentlich ausgegeizt und angebunden, die untersten Blätter entfernst du, damit Luft an den Stängel kommt. Gurken leitest du am Gerüst nach oben. Bei Starkzehrern kannst du gegen Monatsende bis Anfang Juli erstmals nachdüngen. Bei 100 g organischem Dünger pro Quadratmeter und Anwendung brauchst du für ein 2,4 m² großes Tomatenbeet 240 g. Die Menge für dein Beet rechnet der Düngerrechner aus.

Die erste Zucchini kann in warmen Lagen schon Ende Juni reif sein, meist beginnt die Ernte im Juli. Schneide sie mit 15 bis 20 cm Länge, dann setzt die Pflanze weiter neue Früchte an.

Kirschen, Johannisbeeren und der Junifall bei Äpfeln

Die Beerenzeit beginnt. Johannisbeeren und Stachelbeeren reifen im Juni und Juli, bei Kirschen hängst du ein Vogelnetz auf, bevor sich die Früchte färben. Den Kirschbaum schneidest du, wenn nötig, direkt nach der Ernte. Bei Himbeeren der Sommersorten dünnst du die Jungruten auf etwa eine Handbreit Abstand aus.

Äpfel werfen im Juni überzählige kleine Früchte ab, den sogenannten Junifall. Das ist normal. Hängt der Baum danach noch sehr dicht, lässt du pro Fruchtbüschel ein bis zwei Früchte stehen, dann werden die Äpfel größer und der Baum trägt im nächsten Jahr zuverlässiger.

Rosenblüte und Staudenpflege

Rosen öffnen ihre Hauptblüte. Schneide Verblühtes bis zum ersten kräftig entwickelten Blatt zurück, das fördert die Nachblüte. Hortensien brauchen jetzt reichlich Wasser, hohe Dahlien werden aufgebunden, bevor Wind die hohlen Stängel knickt. Lavendel beginnt zu blühen und wird erst danach kräftig zurückgeschnitten. Frühsommerstauden wie Rittersporn schneidest du nach der Blüte zurück, oft folgt eine zweite Blüte.

Wasser, Mehltau und Spinnmilben bei Wärme

Gurken und Zucchini brauchen im Sommer rund 20 Liter pro Quadratmeter und Woche, bei 4 m² also 80 Liter. Fallen in einer Woche 15 mm Regen, decken sie rechnerisch 15 Liter pro Quadratmeter, für 4 m² fehlen noch 20 Liter. Weil nicht jeder Millimeter bei den Wurzeln ankommt, machst du die Fingerprobe: Ist die Erde in 5 cm Tiefe trocken, wird gegossen. Der Bewässerungsrechner unterstützt dich bei der Planung.

Bei warmer, wechselfeuchter Witterung zeigt sich der erste Mehltau an Erbsen, Gurken und Zucchini als weißer Belag auf den Blättern. Entferne befallene Blätter, gieße nur am Boden und achte auf ausreichend Abstand. Im Gewächshaus fördert trockene Hitze Spinnmilben: Erhöhe die Luftfeuchte und kontrolliere die Blattunterseiten.

Häufige Fragen zur Gartenarbeit im Juni

Was kann ich im Juni noch säen?

Neben Buschbohnen, Salat und Zucchini aus der Monatsliste gehen im Juni noch Rote Bete, Fenchel, Mangold, Dill und Karotten. Den Überblick für jede Pflanze gibt der Aussaatkalender.

Was bedeutet Schafskälte für den Garten?

Die Schafskälte ist ein häufiger Kälteeinbruch mit Regen im Juni. Ausgewachsenen Pflanzen schadet sie kaum, wohl aber frisch gesetzten Jungpflanzen, Gurken und Bohnen. Decke sie bei Bedarf mit Vlies ab und gieße in kühlen Phasen sparsamer.

Wann kann ich Frühkartoffeln ernten?

Ab Ende Juni, sobald die Knollen die gewünschte Größe haben. Grabe vorsichtig eine Pflanze zur Probe aus, das Kraut muss dafür nicht abgestorben sein. Frühkartoffeln lagern nicht lange und sollten bald verbraucht werden.

Warum faulen meine Erdbeeren?

Meist durch Nässe und Bodenkontakt. Lege Stroh unter die Pflanzen, gieße morgens am Boden und entferne überreife Früchte täglich. Bei anhaltendem Regen hilft ein Regendach aus Folie.

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