🍈 Melonen
Melonen im Überblick
Melonen gehören zu den Kürbisgewächsen, aber zu anderen Gattungen als Kürbis und Zucchini: Die Zuckermelone (Cucumis melo) mit Netz-, Honig- und Cantaloupe-Typen ist mit der Gurke verwandt, die Wassermelone (Citrullus lanatus) bildet eine eigene Gattung. Beide stammen aus warmen Regionen Afrikas und Asiens, wachsen einjährig als Kriechranken und brauchen von der Aussaat bis zur Ernte drei bis vier Monate. In Deutschland gelingen sie am sichersten im Gewächshaus, im Folientunnel oder an einer Südwand in warmer Lage.
Melonen sind Wärmekünstler: Der Boden sollte beim Auspflanzen mindestens etwa 15 °C haben, bei Nachttemperaturen unter 10 bis 12 °C stockt das Wachstum. Als Starkzehrer mit 18 Litern Wasser pro Quadratmeter und Woche verlangen sie nährstoffreichen, lockeren Boden. Staunässe lassen die Wurzeln dagegen schnell faulen. Bei 150 cm Reihen- und 100 cm Pflanzabstand braucht eine Pflanze 1,5 m²; im Gewächshaus kannst du Zuckermelonen an Schnüren hochleiten und so Fläche sparen.
Rechne nüchtern: Bei dem Richtwert von 2 kg je Pflanze bringen vier Pflanzen auf 6 m² etwa 8 kg, bei kleinfruchtigen Zuckermelonen sind das zwei Früchte je Pflanze. Melonen sind ein Genussprojekt und keine Massenkultur; in kühlen, verregneten Sommern fällt die Ernte im Freiland aus, im Gewächshaus ist sie dagegen planbar.
Standort & Boden
Vollsonnig, warm und windgeschützt, am besten im Gewächshaus oder unter Folie.
Nährstoffreicher, lockerer und gut durchlässiger Boden. Melonen zählen zu den Starkzehrern.
Aussaat & Pflanzung
Ab März/April drinnen bei mindestens 22 °C vorziehen, erst nach den Eisheiligen ins Freiland oder Gewächshaus pflanzen.
Pflege
Gleichmäßig warm halten und regelmäßig gießen, kurz vor der Ernte die Wassergabe reduzieren für mehr Süße. Früchte bei Bodenkontakt am besten auf eine Unterlage legen.
Ernte
Ab August/September, sobald die Frucht angenehm duftet und sich am Stielansatz leicht löst.
Sorten und Auswahl
Wähle nach dem Klima. Zuckermelonen sind für Deutschland die bessere Wahl: Sie reifen früher, bleiben mit meist 0,7 bis 1,5 kg handlich und schmecken süß und aromatisch. Für kühlere Lagen gibt es besonders frühreife Typen. Wassermelonen brauchen noch mehr Wärme und eine lange, heiße Saison; gelingen können nur kleinfruchtige, frühe Typen im Gewächshaus oder in sehr warmen Jahren.
Beim Saatgut kreuzen sich Melonen nicht mit Kürbis, Zucchini oder Gurke, die Bitterstoff-Gefahr aus eigenem Saatgut wie bei Kürbissen besteht hier also kaum. Verschiedene Zuckermelonen-Sorten kreuzen sich aber untereinander, sodass Geschmack und Süße der Nachkommen schwanken können. Hybridsorten (F1) bringen oft gleichmäßigere Ernten, geben aber keine sortenechten Samen weiter. Melonensamen bleiben bei kühler, trockener Lagerung etwa fünf Jahre keimfähig, mehr dazu im Ratgeber Saatgut gewinnen und lagern.
Melonen anbauen: Schritt für Schritt
- Ab März: Säe je einen Samen etwa 2 cm tief in kleine Töpfe und halte sie bei mindestens 22 °C, besser 25 °C; eine Heizmatte hilft. Die Keimung dauert 6 bis 14 Tage, den Termin liefert der Keimdauer-Rechner. Bei Kälte keimen die Samen spät oder faulen.
- April: Halte die Sämlinge hell und warm. Melonen vertragen das Verpflanzen schlecht, deshalb sät man einzeln und topft nur bei Bedarf um, ohne den Ballen zu stören. Ab Ende April kannst du die Pflanzen an milden Tagen stundenweise abhärten.
- Mitte Mai: Nach den Eisheiligen pflanzt du ins Gewächshaus, in den Folientunnel oder in das wärmste, windgeschützte Beet, mit 150 cm Reihen- und 100 cm Pflanzabstand. Eine schwarze Mulchfolie erwärmt den Boden. Die Fläche für deine Stückzahl rechnet der Pflanzabstandsrechner.
- Ende Mai bis Juni: Bei Zuckermelonen kappst du den Haupttrieb nach fünf bis sechs Blättern, damit sich Seitentriebe bilden, an denen die Früchte sitzen. Wassermelonen lässt du ohne Schnitt wachsen.
- Juni bis Juli: Gib als Starkzehrer beim Pflanzen etwa 90 g organischen Dünger pro Quadratmeter, bei 1,5 m² also 135 g, und eine zweite Gabe nach dem Fruchtansatz; der Düngerrechner hilft bei anderen Flächen. Gieße morgens an der Wurzel: 18 Liter pro Quadratmeter und Woche entsprechen rund 27 Litern je Pflanze, die Menge für dein Beet liefert der Bewässerungsrechner.
- Juli: Bestäube bei kühlem Regenwetter von Hand mit einem Pinsel und lasse nur zwei Früchte je Pflanze stehen. Lege sie auf Bretter, Stroh oder Pappe oder stütze sie in Netzen.
- August: Reduziere die Wassergaben, sobald die Früchte ausgewachsen sind, das steigert die Süße. Kontrolliere die Blattunterseiten auf Spinnmilben und das Laub auf Mehltau.
- August bis September: Ernte die reifen Früchte nacheinander, am besten vormittags.
Häufige Fehler
- Zu kalt starten. Unter 20 °C keimen die Samen träge, und im kalten Boden stehen die Pflanzen still. Halte die Anzucht über 22 °C und pflanze nur nach den Eisheiligen in warmen Boden.
- Zu viele Früchte stehen lassen. Verteilt sich der Zucker auf drei oder vier Früchte, bleiben alle klein und fade. Zwei je Pflanze sind ein sinnvoller Richtwert.
- Bis zur Ernte stark gießen. Viel Wasser kurz vor der Reife verwässert das Aroma und lässt Früchte aufplatzen. Gieße zuerst gleichmäßig, später sparsamer.
- Früchte auf nassem Boden liegen lassen. Wo die Schale dauerhaft feucht bleibt, setzt Fäulnis ein. Eine Unterlage aus Brett oder Stroh und gelegentliches Drehen helfen.
- Spinnmilben und Mehltau zu spät bemerken. Im warmen, trockenen Gewächshaus fallen feine Sprenkel auf der Blattunterseite auf, im Freiland ein weißer Belag auf den Blättern. Lüfte, gieße ohne das Laub zu benetzen und entferne befallene Blätter.
Ernte, Verwendung und Lagerung
Von August bis September erntest du Zuckermelonen, sobald die Frucht intensiv süß duftet, die Schale vom Grünen ins Gelbliche wechselt und sich der Stiel mit leichtem Druck löst oder rundherum einreißt. Bei Wassermelonen ist die Wickelranke neben dem Stiel vertrocknet, die Unterseite hat einen cremig gelben Fleck und beim Klopfen klingt die Frucht hohl. Zuckermelonen werden nach dem Pflücken zwar weicher, aber nicht süßer, ernte sie also vollreif; Wassermelonen reifen gar nicht nach.
Melonen schmecken bei Zimmertemperatur am aromatischsten; Angeschnittenes bewahrst du abgedeckt im Kühlschrank auf und verbrauchst es in zwei bis drei Tagen. Sie passen pur, mit Schinken, im Obstsalat oder als Sorbet; Würfel lassen sich für Smoothies einfrieren. Samen gewinnst du nur aus vollreifen, samenfesten Früchten, wäschst sie aus und trocknest sie an der Luft.
🤝 Gute Nachbarn
🚫 Schlechte Nachbarn
Typische Probleme
Häufige Fragen zu Melonen
Kann ich Melonen ohne Gewächshaus anbauen?
In warmen Lagen und Sommern ja, mit frühreifen, kleinfruchtigen Zuckermelonen an einer Südwand, mit Mulchfolie und Vlies bei Kälte. Plane aber ein, dass die Ernte in kühlen Jahren ausfallen kann. Im Gewächshaus ist der Erfolg deutlich sicherer.
Wie viele Melonen trägt eine Pflanze?
Als Richtwert rechnest du mit etwa 2 kg je Pflanze, bei kleinen Zuckermelonen also zwei Früchte. Lässt du mehr stehen, bleiben alle klein und weniger süß. Entferne überzählige Früchtchen, solange sie noch walnussgroß sind.
Warum fallen die kleinen Melonen ab?
Meist fehlt die Bestäubung oder die Pflanze steht unter Stress durch Kälte oder wechselnde Wasserversorgung. Bestäube bei Regenwetter von Hand, gieße gleichmäßig und halte den Boden warm. Einzelne Fehlansätze sind normal.
Darf ich Melonen neben Gurken und Kürbis pflanzen?
Ja, sie kreuzen sich nicht, teilen aber Mehltau und Spinnmilben. Stelle sie mit Abstand und gutem Luftzug auf. Nach Kürbisgewächsen sollte das Beet mehrere Jahre mit anderen Kulturen belegt werden.
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