Gartenarbeit im Juli
Im Juli gibt der Garten zurück, was du im Frühjahr hineingesteckt hast: Zucchini, Gurken, Buschbohnen, Knoblauch, Frühkartoffeln und die ersten Tomaten landen fast täglich im Korb. Zugleich stellt die Hitze neue Anforderungen, denn an heißen Tagen verdunsten auf einem offenen Beet mehrere Liter Wasser pro Quadratmeter.
Mit gut 15 bis etwa 17 Stunden Tageslicht steht die Sonne noch hoch, die obere Bodenschicht heizt sich auf und trocknet aus. Regional fällt der Juli unterschiedlich aus: An der Küste mildert der Wind die Hitze, in Süddeutschland und im Oberrheingraben häufen sich Hitzeperioden, in den Mittelgebirgen bringen Gewitter und kühlere Nächte Ausgleich. Die Listen oben sind kurz, aber folgenreich, denn was jetzt gesät und gepflanzt wird, ist die Ernte von Oktober bis in den Winter.
Gemüsegarten: häufig ernten, Lücken sofort füllen
Im Juli reift vieles gleichzeitig, deshalb lohnt sich Ernten im Zwei-Tage-Takt. Zucchini wachsen bei Hitze so rasant, dass du sie täglich kontrollieren solltest: Eine übersehene Frucht wird zum Koloss mit harten Kernen und bremst die Pflanze beim Neuansatz. Gurken erntest du laufend, solange sie grün sind, die ersten Tomaten voll ausgefärbt. Frühkartoffeln kommen aus der Erde, sobald das Kraut vergilbt; nur Lagerware braucht eine feste Schale. Knoblauch ist reif, wenn das Laub gelb wird und umknickt, danach trocknet er zwei bis drei Wochen luftig im Schatten.
Ab Mitte Juli beginnt die zweite Saison. In die Lücken nach Erbsen, Frühkartoffeln und Knoblauch kommen Chinakohl (bei früherer Aussaat schießt er in den langen Tagen), letzte Buschbohnen, Winterkohl wie Grünkohl und Salat-Jungpflanzen, die du abends setzt, in zwei Sätzen im Abstand von zwei Wochen. Fenchel säst du jetzt direkt für die Herbsternte; bei 40 cm Reihen- und 30 cm Pflanzabstand sind das gut 8 Pflanzen pro Quadratmeter. Feldsalat keimt bei Bodentemperaturen über etwa 20 °C schlecht: Säe ihn erst gegen Monatsende und halte die vorher gewässerte Reihe bis zum Auflaufen mit einem Brett kühl.
Trage dir den Monatswechsel als Stichtag ein: Was bis Ende Juli nicht gesät oder gepflanzt ist, hat im Herbst kaum noch Zeit zum Reifen.
Hitze, Gießen und Urlaubsbewässerung
Gieße seltener, aber durchdringend, am besten morgens direkt an den Wurzeln. Als Richtwert für normale Sommerwitterung brauchen Tomaten rund 15 Liter pro Quadratmeter und Woche, Karotten rund 8; bei Hitze und im Gewächshaus deutlich mehr. Ein Tomatenbeet von 6 m² kommt damit auf 90 Liter pro Woche, die eine volle 200-Liter-Regentonne gut zwei Wochen lang deckt. Wie viel Regenwasser du sammeln kannst, ermittelt der Regenmengen-Rechner aus Auffangfläche und Niederschlag, den Bedarf deiner Beete der Bewässerungsrechner. Eine zwei bis drei Zentimeter dicke Schicht angetrockneten Rasenschnitts oder eine Strohdecke senkt die Verdunstung spürbar, die Menge rechnet der Mulchmengen-Rechner. Auch der Komposthaufen braucht bei Trockenheit gelegentlich Wasser und eine Abdeckung, sonst kommt die Rotte zum Erliegen.
Für zwei bis drei Wochen Abwesenheit hilft diese Vorbereitung:
- Beete am Vortag einmal gründlich wässern und anschließend mulchen.
- Kübel in den Halbschatten rücken und Tonkegel, Flaschen mit kleinem Loch im Deckel oder eine Tropfbewässerung mit Zeitschaltuhr einrichten.
- Alles Reife ernten und mit den Nachbarn teilen, die dafür gießen; schreibe ihnen auf, welche Pflanze wie viel Wasser bekommt.
- Jedes System eine Woche vor der Abreise testen, denn Tropfer verstopfen und Flaschen laufen schneller leer als gedacht.
Obst und Beeren: Himbeeren, Stützen, Schnitt nach der Ernte
Johannisbeeren, Stachelbeeren und Sommerhimbeeren sind jetzt reif; pflücke sie am Vormittag, wenn sie trocken sind. Sobald die Himbeeren abgetragen haben, schneidest du die braunen Ruten bodennah ab und bindest pro laufendem Meter die acht bis zehn kräftigsten neuen Ruten am Gerüst fest. Am Erdbeerbeet entfernst du welke Blätter und bewurzelst Ausläufer gesunder Pflanzen in Töpfchen für die Pflanzung im August.
Hängen die Äste von Apfel und Birne voll, stützt du sie mit Pfählen oder Schnüren ab, damit sie unter der Last nicht brechen. Schnittarbeiten an Süßkirschen und Pflaumen gehören in den Sommer, sobald die Früchte geerntet sind: Bei warmem Wetter schließen sich die Wunden schneller, Gummifluss und Silberglanzkrankheit haben es schwerer.
Ziergarten und Zimmerpflanzen im Hochsommer
Rosen bekommen nach der ersten Blüte eine zweite, organische Düngergabe, spätestens Mitte Juli, danach zählen nur noch Ausputzen und Wasser. Dahlien blühen jetzt auf und sind Schneckenlieblinge: Kontrolliere die Triebe abends und schneide Verblühtes laufend aus. Hortensien lassen mittags die Blätter hängen und erholen sich abends, gegossen wird trotzdem früh am Fuß, am besten mit Regenwasser. Lavendel erntest du kurz vor der Vollblüte für Sträuße und Duftsäckchen und kürzt ihn nach der Blüte um etwa ein Drittel, nie ins alte, blattlose Holz. Zimmerpflanzen rückst du vor dem Urlaub aus der Südsonne; Aloe Vera und Sansevieria überstehen zwei bis drei Wochen ohne Wasser meist unbeschadet.
Pflanzenschutz nach Gewittern und bei Nässe
Auf heiße Tage folgen im Juli oft Gewitter, und feuchtwarmes Wetter ist die Chance für die Braunfäule an Tomaten und die Krautfäule an Kartoffeln; beide gehen auf denselben Erreger zurück. Pflanze Tomaten und Kartoffeln deshalb nicht nebeneinander, entferne die unteren Blätter der Tomaten, damit Luft an den Stängel kommt, und gib befallene Teile in den Hausmüll statt auf den Kompost. Ist das Kartoffelkraut stark befallen, schneidest du es ab und erntest die Knollen als Richtwert zwei bis drei Wochen später. Nach Regen kommen die Schnecken, die du abends absammelst, an Bohnentrieben sitzen Blattläuse, die ein kräftiger Wasserstrahl und Marienkäfer in Schach halten. Pflanzenschutzmittel brauchst du im Hausgarten selten; wenn du eines einsetzt, beachte Zulassung und Anwendungshinweise auf der Packung.
Häufige Fragen zur Gartenarbeit im Juli
Wie oft muss ich im Juli gießen?
Das hängt von Boden und Kultur ab. Sandböden und Kübel brauchen oft täglich Wasser, lehmige, gemulchte Beete kommen mit zwei bis drei durchdringenden Gaben pro Woche aus. Ein Holzstab, den du 10 cm tief in die Erde steckst, kommt bei ausreichender Feuchte dunkel und mit anhaftender Erde wieder heraus.
Darf ich im Juli noch Gemüse säen?
Ja, aber nur Arten mit kurzer Kulturzeit. Laut Aussaatkalender kommen im Juli unter anderem noch Karotten, Mangold, Dill, Koriander, Petersilie, Fenchel, Rettich und Radieschen in die Erde, dazu die Buschbohnen und der Chinakohl aus der Liste oben.
Warum fallen bei Hitze die Tomatenblüten ab?
Bei anhaltend über 30 °C am Tag wird der Pollen schlecht übertragen, die Blüten werden nicht befruchtet und fallen ab. Das ist kein Nährstoffmangel. Lüfte und schattiere das Gewächshaus und gieße morgens gleichmäßig, nach der Abkühlung setzen die Pflanzen wieder an.
Was mache ich mit der Zucchiniflut?
Ernte früh, denn kleine Früchte schmecken am besten und die Pflanze setzt weiter an. Überschüsse lassen sich geraspelt einfrieren, zu Chutney einkochen oder verschenken. Riesenzucchini haben harte Kerne und wenig Aroma, taugen aber noch gefüllt aus dem Ofen.
Passende Ratgeber
Gießen im Garten: wann, wie oft und wie viel Wasser deine Pflanzen brauchen
Morgens, selten und durchdringend: So gießt du Beet und Kübel richtig, rechnest den Wasserbedarf pro Woche aus und kommst gut durch Trockenzeiten.
Artikel lesen →Mulchen im Garten: Material, Schichtdicke und Zeitpunkt
Mulchen im Garten: welches Material sich wofür eignet, wie dick die Schicht sein sollte, wann du mulchst und wie du Schnecken und Stickstoffmangel vermeidest.
Artikel lesen →Schädlinge natürlich bekämpfen: vorbeugen, Nützlinge fördern, gezielt eingreifen
Schädlinge natürlich bekämpfen: wie du vorbeugst, Nützlinge förderst, mit Netzen und Absammeln eingreifst und wann ein zugelassenes Mittel sinnvoll ist.
Artikel lesen →