Gartenarbeit im September
Im September kippt das Gartenjahr: Die Ernte erreicht mit Kürbis, Äpfeln, Kartoffeln und den letzten Tomaten ihren Höhepunkt, zugleich beginnt die zweite große Pflanzzeit des Jahres. Der Boden ist noch warm, die Nächte werden feucht und kühl, und Stauden, Sträucher und Zwiebeln wurzeln jetzt besonders gut an.
Um den 22. oder 23. September sind Tag und Nacht gleich lang, danach gewinnt die Dunkelheit. Das Tageslicht sinkt im Lauf des Monats von etwa 13,5 auf rund 12 Stunden, die Pflanzen antworten mit Reife, Laubfärbung und Wachstumsstopp. Morgens liegen Tau und Nebel auf den Beeten, tagsüber bringt der Altweibersommer oft noch warme, trockene Tage. Erste Nachtfröste sind in den Hochlagen der Mittelgebirge und im Alpenvorland schon Ende des Monats möglich, im Norden und an der Küste kommen sie meist erst im Oktober oder später. Wann der Frost in deiner Gegend einsetzt, rechnest du mit dem Frosttermin-Rechner in deinen Plan ein.
Gemüsegarten: Kürbis und Kartoffeln einbringen, Wintersalate pflanzen
Kürbisse erntest du, sobald der Stiel verholzt und die Schale hart ist, mit mehreren Zentimetern Stiel und vor dem ersten Frost; danach härten sie ein bis zwei Wochen an einem trockenen, luftigen Ort aus. Lagerkartoffeln sind reif, wenn das Kraut abgestorben ist. Rode an einem trockenen Tag mit der Grabegabel, lass die Knollen kurz abtrocknen und lagere sie dunkel bei etwa 4 bis 8 °C. Grüne und angekeimte Stellen enthalten Solanin und werden großzügig herausgeschnitten oder aussortiert.
Für den Winter pflanzt du jetzt kälteharte Wintersalate, spätestens Ende September, damit sie noch anwurzeln; Spinat und Feldsalat säst du in den ersten Wochen des Monats. Paprika, Chili und Auberginen ernten noch bis in den Oktober, wo Frost droht, holst du die Kübel ins Haus. Lauch kannst du ab September nach Bedarf stechen.
Obst: Äpfel und Trauben ernten, Beerenbeet vorbereiten
Äpfel sind reif, wenn sie sich bei leichtem Drehen samt Stiel vom Zweig lösen und die Kerne braun werden. Frühe Sorten isst oder verarbeitest du gleich, späte Lagersorten gewinnen am Baum und später im Lager an Aroma. Birnen pflückst du leicht hart und lässt sie nachreifen, Weintrauben sind reif, wenn die Beeren süß schmecken und die Kerne braun sind. Nur makellose Früchte kommen ins Lager, alles mit Druckstellen wird gleich verwertet. Erdbeeren pflanzt du noch bis Mitte September, damit sie vor dem Winter einwurzeln. Beerensträucher pflanzt du ab Oktober; jetzt hebst du die Pflanzgruben aus, mischst Kompost unter und bereitest für Heidelbeeren ein eigenes Beet mit saurer Moorbeeterde vor.
Ziergarten: Herbstpflanzung, Zwiebelblumen, Rückkehr ins Haus
Der Boden ist noch warm und der Herbstregen kommt, ideale Bedingungen für Stauden und Hortensien: Pflanze sie jetzt und teile große Staudenhorste. Narzissen kommen schon ab September in die Erde, Tulpen besser ab Ende des Monats bis in den Oktober. Als Pflanztiefe gilt das Zwei- bis Dreifache der Zwiebelhöhe. Bei 15 cm Reihen- und 10 cm Pflanzabstand brauchst du rund 67 Zwiebeln pro Quadratmeter, für ein Beet von 1,5 m² also etwa 100. Zimmerpflanzen, die den Sommer draußen verbracht haben, holst du herein, sobald die Nächte regelmäßig unter etwa 12 °C fallen; vorher kontrollierst du sie auf Blattläuse und Spinnmilben.
Beete abräumen, Gründüngung und Kompost
Räume abgeerntete Beete ab, aber lass den Boden nicht kahl. Gelbsenf und Ölrettich säst du bis Mitte September, Winterwicke bis Ende des Monats; für Phacelia ist es zu spät. Plane die Folgekultur gleich mit: Auf Starkzehrer wie Kürbis, Tomaten und Gurken folgen im nächsten Jahr Mittel- und Schwachzehrer wie Salat, Karotten oder Zwiebeln, der Fruchtfolge-Planer hilft dabei. Im Kompost fallen jetzt Gemüsereste und erstes Laub an; das Mischverhältnis aus grünem und braunem Material rechnet der Kompostrechner. Frische Stauden und Erdbeeren, die du jetzt pflanzt, brauchen in den ersten Wochen regelmäßig Wasser, auch wenn der Herbst feucht wirkt.
Pflanzenschutz: Nebel, Tau und letzte Tomaten
Feuchte Nächte begünstigen Braunfäule an den letzten Tomaten: Entferne befallene Teile sofort und räume die Pflanzen ab, wenn sie nicht mehr reifen. Wurmstichiges Fallobst sammelst du regelmäßig auf, das unterbricht den Kreislauf der Maden. Schnecken legen jetzt ihre Eier ab; wer abends absammelt, hat im Frühjahr weniger Ärger.
Typische Fehler im September
Diese Dinge rächen sich im Herbst und im Lager:
- Kürbisse erst nach dem Frost holen: Frostschäden führen im Lager zu Fäulnis.
- Kartoffeln bei Nässe roden: feuchte Knollen faulen.
- Tulpen schon im warmen Boden Anfang September stecken: Das kann Pilzbefall begünstigen.
- Abgeerntete Beete über den Winter kahl lassen: Regen wäscht Nährstoffe aus und der Boden verschlämmt.
Häufige Fragen zur Gartenarbeit im September
Kann ich grüne Tomaten noch retten?
Früchte, die schon hell- oder gelbgrün sind, reifen bei Zimmertemperatur in einer Kiste nach, am besten neben einem reifen Apfel. Ganz kleine, dunkelgrüne Früchte reifen meist nicht mehr; gekocht wird daraus Chutney. Roh solltest du grüne Tomaten nicht in größeren Mengen essen.
Wie lagere ich Äpfel bis ins Frühjahr?
Nimm nur gesunde Lagersorten ohne Druckstellen und lege sie einlagig in flache Kisten, kühl und mäßig feucht, etwa im Keller. Kontrolliere alle ein bis zwei Wochen und sortiere Faules sofort aus.
Kann ich im September noch Gemüse säen?
Ja, vor allem Feldsalat und Spinat. Auch Radieschen und Rettich stehen laut Aussaatkalender bis September in der Liste, sollten aber früh im Monat in den Boden, solange es noch warm genug ist.
Pflanze ich besser im Herbst oder im Frühjahr?
Im Herbst wachsen die Wurzeln im warmen, feuchten Boden bis zum Frost weiter, die Pflanzen starten im Frühjahr kräftiger. Frostempfindliche Arten wie Aprikosen, Pfirsiche und Weinreben pflanzt du besser im Frühjahr.
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