Gartenratgeber

♻️ Kompost anlegen: Standort, Mischung und Pflege

Aus Rasenschnitt, Laub und Gemüseresten wird mit etwas Geduld krümelige, dunkle Erde, die deinen Boden verbessert und Pflanzen sanft versorgt. Damit die Rotte zügig läuft und nichts fault, kommt es auf drei Dinge an: einen geeigneten Platz, die richtige Mischung aus feuchtem und trockenem Material und ab und zu etwas Luft.

Im Komposthaufen arbeiten zuerst Bakterien und Pilze, später kommen Asseln, Springschwänze, Kompostwürmer und Regenwürmer dazu. Wird viel frisches Material auf einmal aufgesetzt, kann sich der Haufen im Inneren stark erhitzen. Diese Heißrotte tötet einen Teil der Unkrautsamen und Krankheitserreger ab. In den meisten Hausgärten wird der Kompost aber nach und nach befüllt, dann läuft eine kühlere, langsamere Rotte ab. Auch sie liefert guten Kompost, macht Samen und Erreger aber nicht zuverlässig unschädlich. Deshalb landen manche Abfälle besser in der Biotonne.

Fertiger Kompost ist in erster Linie ein Bodenverbesserer: Er bringt Humus in die Beete, fördert das Bodenleben und liefert Nährstoffe, die langsam frei werden. Wie er mit Gründüngung und Mulch zusammenspielt, beschreibt der Ratgeber Boden verbessern. Die passenden Mengen für deine Abfälle rechnet der Kompostrechner aus.

Der richtige Platz für den Kompost

Ideal ist ein halbschattiger Platz. In praller Sonne trocknet der Haufen im Sommer schnell aus, im tiefen Schatten unter Nadelbäumen bleibt er kühl und nass, und die Rotte kommt kaum voran. Gut geeignet ist der lichte Schatten eines Laubbaums oder einer Hecke, der im Sommer schützt und im Winter Sonne durchlässt.

Wichtiger als die Himmelsrichtung ist der direkte Kontakt zum gewachsenen Boden. Nur so können Regenwürmer und andere Bodenlebewesen einwandern und überschüssiges Wasser versickern. Ein Kompost auf Pflaster oder Beton vernässt leicht und bleibt ohne die Helfer von unten lange unfertig. Gegen Wühlmäuse und Ratten legst du ein engmaschiges Drahtgitter unter den Behälter.

Denke auch an die Praxis: Der Weg von der Küche sollte kurz sein, damit du die Abfälle auch bei Regen hinausträgst, und mit der Schubkarre musst du gut heranfahren können. Plane Platz für mindestens zwei Abteile ein, eines zum Befüllen und eines, in dem der Kompost reift. Aus Rücksicht auf die Nachbarn gehört er nicht direkt neben deren Terrasse, auch wenn ein gut geführter Haufen kaum riecht.

Behälter, Silo oder offene Miete?

Welche Bauform passt, hängt davon ab, wie viel Material anfällt und wie viel Arbeit du investieren willst. In vielen Hausgärten haben sich zwei bis drei offene Behälter mit je etwa einem Kubikmeter Inhalt bewährt.

Eine Miete setzt du als länglichen Haufen mit trapezförmigem Querschnitt auf, unten etwa eineinhalb bis zwei Meter breit und nicht höher als gut einen Meter. Wird sie höher, presst das Gewicht das Material unten zusammen, und die Luft fehlt. Abgedeckt wird sie mit Stroh, Laub, Schilfmatten oder einem luftdurchlässigen Kompostvlies, damit Regen sie nicht auswäscht.

BauformPasst fürVorteileNachteile
Lattenkomposter aus HolzMittlere Gärten, gemischte AbfälleLuftig, erweiterbar, gut umzusetzen, leicht selbst zu bauenHolz verrottet mit den Jahren, Ränder trocknen aus
DrahtsiloLaub, Strauchschnitt, Rasenschnitt im WechselGünstig, sehr gute BelüftungTrocknet schnell aus, wirkt unordentlich
Thermokomposter aus KunststoffKleine Gärten, viele KüchenabfälleGeschlossen, ordentlich, hält Wärme und FeuchteUmsetzen mühsam, wird bei viel Grünem schnell nass und luftarm
Offene MieteGroße Gärten mit viel Material auf einmalGroßes Volumen, Heißrotte möglich, leicht umzusetzenBraucht viel Platz und eine Abdeckung

Grünes und braunes Material

Kompostmaterial lässt sich grob in zwei Gruppen teilen. Grünes Material ist meist frisch, feucht und stickstoffreich, braunes Material trocken, faserig und kohlenstoffreich. Die Mikroorganismen brauchen beides: Kohlenstoff als Energiequelle und Stickstoff zum Aufbau ihrer eigenen Zellen. Fehlt Braunes, sackt der Haufen nass zusammen und fault, fehlt Grünes, passiert monatelang fast nichts.

  • Grün: Rasenschnitt, Gemüse- und Obstreste, Kaffeesatz, Teesatz, frisch gejätetes Unkraut ohne Samen, abgeräumte Sommerblumen, Mist von Pflanzenfressern.
  • Braun: Herbstlaub, Stroh, Häckselgut, zerkleinerter Strauchschnitt, unbedruckte Pappe und Eierkartons, Sägespäne von unbehandeltem Holz in kleinen Mengen.

Das Mischverhältnis berechnen

Als Faustregel gelten etwa zwei Teile Braun auf einen Teil Grün, gemessen am Volumen. Das ist auch die Voreinstellung im Kompostrechner: Du gibst die Menge an grünem Material in Litern und das Mischverhältnis Braun zu Grün ein, der Rechner schlägt die passende Menge braunes Material vor und schätzt, wie viel fertiger Kompost entsteht. Er geht davon aus, dass nach der Rotte etwa 40 Prozent des Ausgangsvolumens übrig bleiben.

Ein Beispiel: Nach dem Rasenmähen hast du 80 Liter Schnittgut. Bei einem Verhältnis von 2 : 1 brauchst du 160 Liter Laub oder Häcksel, die Mischung umfasst 240 Liter, und daraus werden später etwa 96 Liter Kompost. Sammelst du dagegen 50 Liter Küchen- und Gemüsereste und steckt im Haufen schon reichlich trockenes, sperriges Material, kannst du mit 1,5 : 1 rechnen: 75 Liter Braunes, 125 Liter Mischung, rund 50 Liter Kompost.

Bewahre im November, wenn das letzte Laub gefallen ist, einige Säcke davon trocken auf, oder lege einen Vorrat an Häckselgut an. Im Frühsommer, wenn viel Rasenschnitt anfällt, fehlt sonst genau das braune Material, das du zum Ausgleich brauchst.

Was in den Kompost darf und was nicht

Fast alles, was im Garten wächst, lässt sich kompostieren. Bei Küchenabfällen und einigen Gartenresten lohnt dagegen ein zweiter Blick.

  • Unbedenklich: rohe Gemüse- und Obstreste, Kaffeesatz, zerdrückte Eierschalen, verblühte Blumen und Stauden, Laub, Rasenschnitt, zerkleinerter Strauch- und Heckenschnitt, Mist von Pferd, Kaninchen oder Meerschweinchen mit Einstreu aus Stroh oder Heu.
  • In kleinen Mengen: Zitrus- und Bananenschalen, Walnuss- und Eichenlaub, Nadeln und Thujaschnitt. Sie verrotten langsam oder enthalten Gerb- und Harzstoffe, stören gut gemischt aber nicht.
  • Lieber in die Biotonne: samentragende Unkräuter, Wurzelunkräuter wie Giersch, Quecke oder Ackerwinde sowie Pflanzenteile mit hartnäckigen Krankheiten wie Kohlhernie. Eine kühle Gartenrotte macht sie nicht sicher unschädlich. Was die Biotonne annimmt, regelt deine Kommune.
  • Nicht hinein: gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Knochen und Milchprodukte, weil sie Ratten anlocken und faulen; Kot von Hunden und Katzen sowie Katzenstreu; Asche von Kohle oder Grillbriketts; Hochglanzpapier, behandeltes Holz und Kunststoff, auch als kompostierbar bezeichnete Beutel, die im Gartenkompost oft nicht zerfallen.

Für Wurzelunkräuter gibt es eine Zwischenlösung: Lass Giersch- und Queckenwurzeln in der Sonne vollständig vertrocknen oder einige Wochen in einem geschlossenen Eimer mit Wasser vergären. Danach treiben sie nicht mehr aus und dürfen auf den Kompost.

Den Kompost aufsetzen

Ob du einen neuen Behälter einweihst oder eine Miete aufsetzt, der Grundaufbau ist derselbe:

  1. Untergrund vorbereiten: Den Boden spatentief lockern, damit Wasser abziehen und Bodenleben einwandern kann, und bei Bedarf das Drahtgitter auslegen.
  2. Grobe Basis schaffen: Als unterste Lage etwa 15 bis 20 Zentimeter sperriges Material wie Zweige, Staudenstängel oder grobes Häcksel einbringen. Durch sie gelangt von unten Luft in den Haufen.
  3. Mischen statt schichten: Grünes und braunes Material möglichst vermischt einfüllen. Wo das nicht geht, dünne Lagen von wenigen Zentimetern abwechseln, niemals dicke Pakete Rasenschnitt.
  4. Zerkleinern: Kohlstrünke halbieren, Äste häckseln oder mit der Gartenschere kürzen. Je kleiner die Stücke, desto größer die Angriffsfläche für die Zersetzer.
  5. Impfen: Ab und zu eine Schaufel reifen Kompost oder Gartenerde dazugeben. Sie bringt die passenden Mikroorganismen gleich mit.
  6. Abdecken: Die Oberfläche mit Laub, Stroh, einem Deckel oder einem Jutesack schützen, damit sie nicht austrocknet und Regen keine Nährstoffe auswäscht.

Feuchtigkeit prüfen und Kompost umsetzen

Die richtige Feuchte prüfst du mit der Faustprobe. Nimm eine Handvoll Material aus dem Inneren und drücke sie kräftig zusammen. Tropft Wasser heraus, ist der Kompost zu nass. Zerfällt sie trocken und staubig, ist er zu trocken. Richtig ist er, wenn sich der Ballen feucht anfühlt, kurz zusammenhält und höchstens ein, zwei Tropfen austreten, ähnlich wie bei einem ausgewrungenen Schwamm.

In trockenen Sommern gießt du den Kompost mit Regenwasser, am besten gleich beim Befüllen. Bei Dauerregen hilft eine Abdeckung. Zu nasses Material lockerst du mit trockenem Laub, Häcksel oder zerrissener Pappe auf.

Beim Umsetzen schichtest du den Haufen komplett um: Was außen und oben lag, kommt nach innen und unten, verklumpte Bereiche werden aufgelockert. Dabei gelangt frischer Sauerstoff hinein, die Rotte zieht spürbar an, und du siehst, ob Feuchte und Mischung stimmen. Alle zwei bis drei Monate umzusetzen beschleunigt die Rotte deutlich. Wer weniger Zeit hat, setzt einmal im Jahr um, etwa im Frühjahr, und überlässt den Rest den Bodenlebewesen.

Mit zwei nebeneinanderstehenden Behältern wird das Umsetzen einfach: Du schaufelst den Inhalt des vollen Behälters in den leeren hinüber und beginnst im frei gewordenen wieder mit dem Befüllen.

Reifezeit: Frischkompost und Reifekompost

Nach etwa drei bis sechs Monaten entsteht Frischkompost. Er ist schon dunkel, enthält aber noch erkennbare Pflanzenreste und ist reich an schnell verfügbaren Nährstoffen. Für Aussaaten und empfindliche Jungpflanzen ist er zu scharf, als Mulch zwischen Starkzehrern oder als Herbstgabe auf abgeerntete Beete passt er gut.

Reifekompost ist nach etwa sechs bis zwölf Monaten fertig, in kühlen Lagen und bei seltenem Umsetzen auch erst nach eineinhalb Jahren. Du erkennst ihn an der dunklen, krümeligen Struktur, am Geruch nach Waldboden und daran, dass sich die Ausgangsmaterialien bis auf Holzstückchen und Eierschalen nicht mehr unterscheiden lassen.

Sicherheit gibt der Kressetest: Fülle eine flache Schale mit gesiebtem Kompost, säe Gartenkresse darauf und halte alles feucht. Keimt die Kresse nach ein paar Tagen gleichmäßig und bleibt sattgrün, ist der Kompost reif. Gelbliche, kümmernde Keimlinge oder braune Wurzelspitzen zeigen, dass er noch nachreifen muss. Vor dem Ausbringen siebst du ihn durch ein grobes Durchwurfsieb, die groben Reste wandern zurück in den neuen Haufen.

Kompost im Garten verwenden

Kompost wirkt am besten, wenn du ihn flach in die obersten Zentimeter des Bodens einharkst. Dort ist genug Luft, damit das Bodenleben ihn weiter umsetzen kann. Tief untergegraben bringt er wenig.

Bei der Menge lohnt Zurückhaltung. Kompost enthält neben Stickstoff reichlich Phosphor und Kalium, und viele Gartenböden sind nach Jahren großzügiger Gaben damit schon gut versorgt. Als verbreitete Faustregel für die jährliche Versorgung gelten etwa vier bis sechs Liter pro Quadratmeter für Starkzehrer, zwei bis vier Liter für Mittelzehrer und ein bis zwei Liter für Schwachzehrer. Größere Mengen sind sinnvoll, wenn du einen humusarmen Boden oder ein neues Beet einmalig aufbessern willst. Ob dein Boden schon genug Nährstoffe hat, zeigt eine Bodenuntersuchung.

  • Gemüsebeete: im Frühjahr vor der Aussaat oder Pflanzung einarbeiten. Starkzehrer wie Tomaten bekommen zusätzlich eine Schaufel Kompost ins Pflanzloch.
  • Kürbis und Zucchini: wachsen gern am Rand des Komposthaufens oder auf einem abgelagerten Haufen, der im nächsten Jahr ohnehin umgesetzt wird.
  • Beeren und Obstgehölze: im Frühjahr eine dünne Schicht unter die Krone streuen und anschließend mulchen.
  • Aussaaterde: nur gut gereiften, fein gesiebten Kompost verwenden und kräftig mit Sand und Erde strecken, denn Keimlinge mögen ein nährstoffarmes Substrat.
  • Nicht für Moorbeetpflanzen: Heidelbeeren brauchen sauren Boden. Gartenkompost ist meist neutral bis leicht basisch und für sie ungeeignet.

Probleme erkennen und typische Fehler beheben

Die meisten Kompostprobleme lassen sich an Geruch und Aussehen ablesen und mit wenigen Handgriffen lösen:

  • Fauliger Geruch nach Gülle oder faulen Eiern: zu nass, zu viel Grünes, zu wenig Luft. Haufen umsetzen, reichlich trockenes, sperriges Material untermischen und bei Dauerregen abdecken.
  • Stechender Ammoniakgeruch: Zu viel stickstoffreiches Material wie Rasenschnitt oder Mist kam auf einmal hinein. Mit Laub, Stroh oder Häcksel ausgleichen.
  • Fruchtfliegen und Fliegenschwärme: Küchenabfälle liegen offen obenauf. Frische Reste mit einer Schaufel Erde, reifem Kompost oder Laub abdecken.
  • Weißer Belag, Ameisen, keine Erwärmung: Der Kompost ist zu trocken. Gründlich wässern und frisches Grün einmischen. Der weiße Belag selbst ist harmloses Pilzgeflecht.
  • Ratten oder Mäuse: Meist locken gekochte Essensreste oder Brot. Diese Abfälle konsequent weglassen, ein Gitter unter den Behälter legen und den Kompost öfter umsetzen, das stört die Tiere.
  • Verklebter, schmieriger Rasenschnitt: Er wurde zu dick aufgebracht. Auflockern, mit Braunem mischen und künftig angewelkt in dünnen Lagen einbringen.
  • Rotte steht im Winter still: Bei Kälte ist das normal. Weiter sammeln und abdecken, im Frühjahr setzt die Zersetzung wieder ein.

Häufige Fragen

Brauche ich einen Kompostbeschleuniger?

In der Regel nicht. Die nötigen Mikroorganismen kommen mit Gartenerde, reifem Kompost und dem Material selbst in den Haufen. Kompostierst du überwiegend Laub oder Häcksel, fehlt eher Stickstoff, dann erfüllen etwas Rasenschnitt oder eine Handvoll Hornspäne denselben Zweck wie ein gekaufter Beschleuniger.

Kann ich im Winter weiter Küchenabfälle auf den Kompost geben?

Ja. Bei Frost verlangsamt sich die Zersetzung stark oder ruht ganz, die Abfälle frieren und tauen und werden dabei mürbe. Decke sie mit Laub oder Stroh ab und setze den Haufen im Frühjahr um, dann kommt die Rotte schnell wieder in Gang.

Wie viel Kompost bekomme ich aus meinen Gartenabfällen?

Rechne grob mit 40 Prozent des Ausgangsvolumens. Aus einem Kubikmeter locker eingefülltem Material werden also etwa 400 Liter fertiger Kompost. Der tatsächliche Wert hängt stark davon ab, wie fein das Material zerkleinert ist und wie lange es rottet.

Darf Laub vom Walnussbaum auf den Kompost?

In kleinen Mengen und gut gemischt ja. Walnusslaub enthält Gerbstoffe, die das Keimen hemmen können, und verrottet langsam. Größere Mengen kompostierst du besser getrennt in einem eigenen Laubsilo, wo sie über ein bis zwei Jahre zu Laubkompost werden.

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