Pflanzensteckbrief

🪴 Sansevieria

ZimmerpflanzenSchwachzehrer
🌱
Anzucht (Samen)
Keine Direktsaat/Pflanzung üblich
🪴
Umtopfen / Neupflanzen
Apr, Mai
🧺
Blüte / Ernte
Keine Direktsaat/Pflanzung üblich
⏱️
Keimdauer
14–30 Tage
📏
Platzbedarf (cm)
30 × 25 cm
☀️
Kategorie
Zimmerpflanzen

Sansevieria im Überblick

Die Sansevieria, im Handel als Bogenhanf oder Schwiegermutterzunge bekannt, stammt aus trockenen Regionen Afrikas. Die verbreitete Art Sansevieria trifasciata wird botanisch heute meist zur Gattung Dracaena gestellt, der Handelsname hat sich aber gehalten. Aus einem Rhizom im Boden wachsen steife, schwertförmige Blätter, die Wasser speichern.

Sie ist die Pflanze für Plätze, an denen andere aufgeben: wenig Licht, trockene Luft, seltenes Gießen. Der Platzbedarf liegt bei etwa 30 × 25 cm. Ihre Schwäche ist Nässe, denn bei dauerhaft feuchtem Substrat verfault das Rhizom.

Die Blätter enthalten Saponine. Pflanzenteile können für Haustiere und Kinder unverträglich sein, Übelkeit und Magenbeschwerden sind möglich; stelle die Pflanze deshalb außer Reichweite.

Standort & Boden

Sehr anpassungsfähig, von sonnig bis schattig, ideal für Standorte mit wenig Licht.

Durchlässiges, eher sandiges Substrat, z. B. Kakteenerde.

Aussaat & Pflanzung

Keine Aussaat üblich – Vermehrung über Blattstecklinge oder Teilung des Wurzelballens.

Pflege

Sehr sparsam gießen und zwischen den Wassergaben komplett abtrocknen lassen – Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule.

Ernte

Keine Ernte – als robuste Blattschmuckpflanze wächst Sansevieria auch bei wenig Pflege zuverlässig weiter.

Sorten und Auswahl

Die klassische Form hat aufrechte, 60 bis 100 cm hohe Blätter mit dunklen Querbändern und gelbem Rand. Es gibt rein grüne Formen und gedrungene Rosettenformen, die nur etwa 15 bis 30 cm hoch werden. Die zylindrische Art, das Speerblatt, hat runde, speerförmige Blätter, die oft zu Zöpfen geflochten angeboten werden.

Gelb gerandete Formen brauchen etwas mehr Licht als rein grüne, damit die Zeichnung scharf bleibt. Kompakte Rosettenformen passen auf die Fensterbank, hohe Formen auf den Boden.

Sansevieria anbauen: Schritt für Schritt

  1. Das ganze Jahr: Von sonnig bis schattig ist vieles möglich; kräftiger wächst sie hell, aber ohne pralle Mittagssonne hinter Glas. Bei der Platzwahl hilft der Standortfinder.
  2. April bis Mai: Wenn der Topf aufbricht oder die Rhizome sich über den Rand drücken, topfe in Kakteenerde um, die du mit etwa einem Drittel Sand oder Splitt abmagerst. Der Topf sollte schwer sein und nur 2 bis 3 cm mehr Durchmesser haben.
  3. Sommer: Gieße durchdringend, aber erst, wenn das Substrat ganz trocken ist, oft nur alle zwei bis vier Wochen. Wasser gehört nicht in die Blattmitte.
  4. Mai bis August: Höchstens ein- bis zweimal mit schwach dosiertem Kakteendünger düngen.
  5. April bis Mai: Zum Teilen den Wurzelstock mit scharfem Messer zerschneiden, jedes Stück mit mindestens einem Blatttrieb und Wurzeln. Die Schnittstellen antrocknen lassen, dann einpflanzen.
  6. Frühjahr bis Sommer: Für Blattstecklinge ein Blatt in 5 bis 8 cm lange Stücke schneiden, antrocknen lassen und mit dem unteren Ende in feuchten Sand stecken. Die Bewurzelung dauert mehrere Wochen.
  7. Oktober bis Februar: Hell und nicht unter etwa 10 °C stehen lassen, nur alle vier bis sechs Wochen sehr wenig gießen, bei kühlem Platz noch seltener.

Häufige Fehler

  • Zu viel gegossen. Blattbasen werden weich, gelb und knicken ab, aus dem Topf riecht es faulig: Wurzelfäule. Topfe aus, schneide Faules weg, lass den Wurzelstock antrocknen und setze ihn in trockene Erde.
  • Zu großer Topf. Das flache Rhizom steht in einer Menge Erde, die lange nass bleibt. Ein schmaler Topf, der kaum größer ist als die Pflanze, ist besser.
  • Kälte und Zugluft. Unter etwa 10 °C und im Luftzug werden die Blätter weich und wässrig. Stelle sie im Winter nicht direkt an die kalte Scheibe.
  • Gelb gerandete Blätter als Stecklinge. Daraus wachsen meist rein grüne Pflanzen. Wer die Zeichnung behalten möchte, teilt die Pflanze.

Pflege im Jahreslauf und Vermehrung

Eine Ernte gibt es nicht, aber zwei Wege zu mehr Pflanzen. Die Teilung ist der sichere, denn dabei bleibt auch die gelb gerandete Form sortentreu. Blattstecklinge sind der Sparweg, dauern aber lange.

Im Jahreslauf ist die Sansevieria die anspruchsloseste Pflanze im Haus: im Sommer hell mit gelegentlichem Wasser, im Winter kühl und fast trocken. Bei gutem Licht und Pflege bildet sie manchmal duftende Blütenrispen mit cremeweißen Blüten, die sich oft abends öffnen. Staub entfernst du mit einem feuchten Tuch. Eine Aussaat ist unüblich, die Keimdauer liegt bei 14 bis 30 Tagen.

🤝 Gute Nachbarn

🚫 Schlechte Nachbarn

Häufige Fragen zu Sansevieria

Wie erkenne ich Wurzelfäule und kann ich die Pflanze retten?

Weiche, gelbe Blattbasen und muffiger Geruch sind Zeichen. Topfe aus, schneide alles Faule bis ins feste Gewebe zurück und lass die Schnittflächen antrocknen. Danach in trockenes Substrat setzen und wochenlang kaum gießen.

Wächst Sansevieria wirklich im Dunkeln?

Sie überlebt dort lange, wächst aber kaum und verliert Zeichnung. Für gutes Wachstum braucht sie einen hellen Platz; ganz ohne Tageslicht hält keine Pflanze durch.

Warum knicken die Blätter ab?

Häufige Ursachen sind Nässe, Kälte oder ein Standortwechsel. Auch dunkler Stand macht die Blätter weich und dünn, sodass sie umkippen.

Warum drückt sich meine Sansevieria aus dem Topf?

Das Rhizom wächst und hebt die Pflanze an. Topfe im Frühjahr um, in einen stabilen, schweren Topf; Kunststofftöpfe können reißen.

Passende Ratgeber

Passende Werkzeuge

← Zurück zum Pflanzenlexikon