Pflanzensteckbrief

🥬 Sellerie

GemüseStarkzehrer
🌱
Aussäen
Feb, Mär
🪴
Pflanzen
Mai, Jun
🧺
Ernten
Aug, Sep, Okt
⏱️
Keimdauer
14–21 Tage
📏
Reihen- × Pflanzabstand
40 × 40 cm
💧
Wasserbedarf
15 L/m²/Woche
🧪
Düngerbedarf
100 g/m²
☀️
Kategorie
Gemüse

Sellerie im Überblick

Sellerie ist ein Doldenblütler und mit Möhre, Petersilie, Pastinake und Fenchel verwandt. Seine Wildform wächst an feuchten, oft salzigen Küstenstandorten, daher kommt der große Wasserhunger. Botanisch zweijährig, erntest du ihn schon im ersten Jahr, bevor er blüht.

Als Starkzehrer braucht Sellerie humusreichen, tiefgründigen Boden und viel Zeit: Zwischen Aussaat im Februar oder März und Knollenernte im Oktober liegen über sieben Monate. Die Samen sind Lichtkeimer, du streust sie nur auf und drückst sie an. Sie keimen langsam, nach 14 bis 21 Tagen. Mulch hält den Boden kühl und gleichmäßig feucht.

Bei 40 × 40 cm belegt jede Pflanze 0,16 m², auf 2 m² passen rund zwölf. Mit etwa 0,5 kg je Pflanze sind das rechnerisch 6 kg. Sellerie löst oft Nahrungsmittelallergien aus; wer darauf reagiert, verzichtet besser.

Standort & Boden

Sonnig bis halbschattig, nährstoffreiche und feuchte Lage.

Humusreicher, gleichmäßig feuchter Boden mit guter Nährstoffversorgung. Sellerie ist ein Starkzehrer.

Aussaat & Pflanzung

Ab Februar/März drinnen vorziehen (Kaltkeimer, Licht zum Keimen nötig), ab Mai nach den Eisheiligen auspflanzen.

Pflege

Regelmäßig und reichlich gießen, der Boden sollte nie austrocknen. Äußere Blätter bei Knollensellerie nicht zu früh entfernen.

Ernte

Stangensellerie ab August laufend, Knollensellerie ab Oktober vor dem ersten stärkeren Frost roden.

Sorten und Auswahl

Knollensellerie bildet die dicke Knolle für Herbst und Winter. Stangensellerie, auch Staudensellerie genannt, liefert saftige Blattstiele ab August. Schnittsellerie bleibt dünnstielig, wird laufend als Würzkraut beerntet und ist am genügsamsten.

Beim Stangensellerie gibt es selbstbleichende, mild schmeckende Sorten und grüne mit kräftigerem Aroma. Beim Knollensellerie sind glatte Knollen mit wenig Wurzelansatz leichter zu putzen. Das Saatgut bleibt etwa drei Jahre keimfähig, frisches keimt gleichmäßiger; mehr dazu im Ratgeber Saatgut gewinnen und lagern.

Sellerie anbauen: Schritt für Schritt

  1. Ende Februar bis März: Samen auf feuchte Anzuchterde streuen, andrücken, nicht abdecken. Mit Haube hell bei 18 bis 20 °C halten; den Keimtermin schätzt der Keimdauer-Rechner.
  2. Nach dem Auflaufen: Mit den ersten echten Blättern einzeln in kleine Töpfe pikieren und die zarten Sämlinge nur an den Blättchen anfassen.
  3. April: Nur zögerlich abhärten und nachts im Haus lassen. Wochenlange Kühle unter etwa 10 °C kann das Schossen auslösen.
  4. Mai bis Juni, nach den Eisheiligen: Mit 40 cm Reihen- und Pflanzabstand ins kompostreiche Beet setzen, die Fläche rechnet der Pflanzabstandsrechner. Knollensellerie bleibt flach, das Herz darf nicht in Erde stecken.
  5. Juni bis August: Reichlich gießen, Richtwert 15 Liter pro Quadratmeter und Woche inklusive Regen, umgerechnet vom Bewässerungsrechner. Als Starkzehrer bekommt er rund 100 g organischen Dünger pro Quadratmeter, die Menge zeigt der Düngerrechner.
  6. Ab August: Stangensellerie laufend über die äußeren Stiele beernten. Knollensellerie nicht anhäufeln, damit die Knolle oberirdisch sitzt, und die äußeren Blätter nicht zu früh abnehmen.
  7. Oktober: Knollen vor stärkeren Frösten roden, das Laub bis auf einen Rest abdrehen und einlagern.

Häufige Fehler

  • Samen mit Erde bedecken. Als Lichtkeimer geht Sellerie unter Erde kaum auf. Streue die Körner auf die Oberfläche, drücke sie an und halte sie feucht.
  • Zu tief pflanzen. Ein verschüttetes Herz fault oder bleibt klein. Setze die Pflanze auf Höhe des Topfballens.
  • Trockenheit zulassen. Schwankende Wassergaben machen Knollen holzig, pelzig oder hohl und Stangen fasrig. Mulche und gieße gleichmäßig.
  • Zu früh pflanzen. Wochenlange Kälte in der Jugend lässt Sellerie schießen, die Knolle bleibt dann klein. Warte die Eisheiligen ab und halte Vlies bereit.
  • Laubkrankheiten und Läuse übersehen. Braune Blattflecken und helle Minen entfernst du mit den Blättern, Blattläuse kontrollierst du wöchentlich. Halte drei bis vier Jahre Anbaupause zu anderen Doldenblütlern.

Ernte, Verwendung und Lagerung

Stangensellerie erntest du ab August, indem du die äußeren Stiele am Grund abbrichst; das Herz treibt nach. Knollensellerie ist ab Oktober reif, wenn er tennis- bis faustgroß ist. Leichten Frost verträgt er, vor stärkerem Frost wird gerodet.

Die Knollen halten im kühlen Keller bei etwa 0 bis 4 °C in feuchtem Sand mehrere Monate, Stangen im Kühlschrank ein bis zwei Wochen. Blanchierte Würfel und gehacktes Selleriegrün lassen sich einfrieren, das Grün auch trocknen. Roh passt Sellerie in Salate, gekocht in Suppen und Eintöpfe.

🤝 Gute Nachbarn

LauchKohlTomaten

🚫 Schlechte Nachbarn

Mais

Typische Probleme

Häufige Fragen zu Sellerie

Warum keimt mein Sellerie nicht?

Meist wurden die Samen mit Erde bedeckt, trockneten aus oder lagen zu kühl. Sellerie braucht Licht, 18 bis 20 °C und 14 bis 21 Tage Geduld; halte die Oberfläche gleichmäßig feucht.

Kann ich Sellerie direkt ins Beet säen?

Das lohnt nicht: Die Kulturzeit ist zu lang, die Keimung zu langsam. Ziehe ihn im Haus vor und pflanze ihn im Mai oder Juni aus.

Warum ist meine Sellerieknolle hohl?

Hohle oder holzige Knollen entstehen meist durch Trockenstress oder zu langes Stehen. Gieße gleichmäßig, mulche und rode rechtzeitig im Oktober.

Welche Nachbarn passen zu Sellerie?

Lauch, Kohl und Tomaten gelten als gute Partner, Mais eher nicht. Weitere Kombinationen zeigt der Mischkultur-Finder.

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