Gartenkalender

Gartenarbeit im Januar

Im Januar ruht der Garten: Der Boden ist kalt oder gefroren, die Tage sind kurz, und in den Mittelgebirgen liegt oft Schnee. Gearbeitet wird trotzdem, nur anders als im Sommer. Statt zu säen und zu pflanzen, prüfst du Saatgut, planst die Beete und kümmerst dich um alles, was draußen oder drinnen überwintert.

Jetzt pflanzen

Nichts Neues diesen Monat.

Jetzt ernten

Anfang Januar dauert der Tag nur rund acht Stunden, bis zum Monatsende kommt gut eine Stunde dazu. Für die meisten Keimlinge ist das noch zu dunkel, vorziehen lassen sich jetzt nur Arten mit sehr langer Kulturzeit, und nur mit Zusatzlicht. Regional ist der Unterschied groß: An der Küste und in den Weinbaulagen am Rhein bleibt der Boden häufig offen, im Alpenvorland und in den Mittelgebirgen sind Dauerfrost und Schneedecke normal. Eine Schneedecke ist dabei ein Segen, denn Kahlfrost, also strenger Frost ohne Schnee, trocknet Wintergemüse und Stauden aus.

Chili und Auberginen: früh säen, aber nur mit Licht

Die Monatsliste nennt Chili und Auberginen als Vorkultur. Chili gehört zu den Gemüsen mit der längsten Kulturzeit: Sie keimt bei 22 bis 25 °C in 10 bis 20 Tagen, die Ernte beginnt erst im August. Wer sehr scharfe, spät reifende Sorten ziehen möchte, startet deshalb jetzt. Ein Beispiel: Aussaat am 20. Januar, Keimlinge zwischen dem 30. Januar und dem 9. Februar, Auspflanzen nach den Eisheiligen Mitte Mai, also gut 16 Wochen Anzucht.

Das Nadelöhr ist das Licht. Auf der Fensterbank fehlt im Januar die Helligkeit, die Sämlinge werden lang, dünn und blass. Eine Pflanzenleuchte, die täglich 12 bis 14 Stunden im vom Hersteller empfohlenen Abstand brennt, löst das Problem. Auberginen sind noch wärmebedürftiger und langsamer, ihre Hauptaussaat liegt im Februar und März. Ohne Leuchte und Heizmatte wartest du mit ihnen besser bis Mitte Februar. Den genauen Termin je Sorte rechnet der Keimdauer-Rechner aus.

Grünkohl, Rosenkohl, Lauch: Ernte mit Frost

Die Körbe sind klein, aber nicht leer. Lauch aus winterharten Sorten bleibt im Beet und wird nach Bedarf gestochen. Bei gefrorenem Boden geht das nicht, grabe deshalb vor einer Frostperiode einige Stangen aus und schlage sie in einem Eimer mit feuchtem Sand in Garage oder Keller ein. Grünkohl schmeckt nach Frost milder, weil die Pflanze Stärke in Zucker umwandelt. Pflücke von unten nach oben und lass das Herz stehen, dann bleibt die Pflanze bis ins Frühjahr erntefähig. Rosenkohl erntest du Röschen für Röschen von unten, sobald sie fest und geschlossen sind.

Ernte Wintergemüse an frostfreien Mittagen, wenn die Blätter aufgetaut und abgetrocknet sind. Gefrorene Blätter und Stängel brechen leicht.

Saatgut prüfen und das Gartenjahr planen

Alte Samentüten musst du nicht wegwerfen, aber testen. Bei kühler, trockener und dunkler Lagerung bleiben Tomaten etwa vier Jahre keimfähig, Paprika und Chili etwa drei, Zwiebeln und Lauch rund zwei und Pastinaken nur ein Jahr. Für die Keimprobe legst du zehn Samen auf feuchtes Küchenpapier in eine geschlossene Dose und stellst sie warm. Keimen nach der üblichen Keimdauer sieben von zehn, liegt die Keimrate bei 70 Prozent, und für zehn gewünschte Pflanzen säst du etwa 15 Samen (10 geteilt durch 0,7). Der Saatgut-Lagerplaner hilft beim Überblick.

Danach lohnt sich ein ruhiger Abend mit Stift und Papier:

  • Starkzehrer wie Tomaten und Zucchini bekommen die nährstoffreichsten Beete, Schwachzehrer wie Möhren und Zwiebeln folgen später in der Fruchtfolge. Dabei hilft der Fruchtfolge-Planer.
  • Notizen aus dem Vorjahr durchsehen: Welche Sorten haben sich bewährt, wo gab es Schnecken oder Pilzkrankheiten? Das Gartenjournal macht das leicht.

Obstgehölze und Beeren bei Frost

Schnittwunden heilen bei Frost schlecht, und gefrorenes Holz splittert. Geschnitten wird deshalb nur an frostfreien Tagen. Jetzt passt das Auslichten von Johannisbeeren und Stachelbeeren: Entferne die ältesten, dunklen Triebe bodennah, damit neues Fruchtholz nachwächst. Apfel und Birne folgen besser im Februar und März, kurz vor dem Austrieb, mehr dazu im Ratgeber Pflanzen richtig schneiden. Schüttle Schnee von Hecken und immergrünen Gehölzen vorsichtig ab, sonst brechen schwere Äste.

Verschrumpelte Früchte, die noch an Apfel- oder Kirschzweigen hängen (Fruchtmumien), entfernst du und gibst sie in den Hausmüll: Sie können Pilze wie die Monilia-Fruchtfäule über den Winter tragen.

Kübel- und Zimmerpflanzen in der Dunkelzeit

Im Winterquartier brauchen Kübelpflanzen wenig Wasser, aber nicht gar keins: Der Ballen soll nur leicht feucht bleiben. Kontrolliere einmal pro Woche auf Läuse, Spinnmilben und faulende Blätter und lüfte an frostfreien Tagen. Details stehen im Ratgeber Kübelpflanzen überwintern.

Auch im Wohnzimmer wachsen Pflanzen jetzt kaum. Monstera, Ficus und Efeutute gießt du erst, wenn die obere Erdschicht angetrocknet ist, und düngst nicht. Aloe Vera und Sansevieria brauchen noch weniger und sollten zwischen den Gaben ganz abtrocknen. Trockene Heizungsluft fördert Spinnmilben: Siehst du feine Sprenkel oder Gespinste unter den Blättern, dusche die Pflanze ab und sorge für höhere Luftfeuchte.

Boden, Kompost und Regentonne im Winter

Betritt gefrorene oder durchnässte Beete nicht, denn Tritte verdichten den Boden. Der Komposthaufen arbeitet langsam weiter, eine Abdeckung aus Stroh oder Vlies hält Regen und Schnee ab. Die Regentonne füllst du im Winter nicht bis zum Rand, ein schwimmendes Holzstück fängt den Druck des Eises auf.

Häufige Fragen zur Gartenarbeit im Januar

Kann ich im Januar schon Gemüse im Garten säen?

Im Freiland nicht, der Boden ist zu kalt oder gefroren. Nur Arten mit sehr langer Kulturzeit wie Chili lassen sich drinnen bei 22 bis 25 °C und mit Zusatzlicht vorziehen. Alle anderen starten im Februar und März, den Überblick gibt der Aussaatkalender.

Darf ich im Januar Obstbäume schneiden?

Nur an frostfreien Tagen, denn bei Frost heilen die Wunden schlecht. Kernobst wie Apfel und Birne schneidest du besser im Spätwinter, also im Februar und März, Steinobst wie Kirsche und Pflaume dagegen nach der Ernte im Sommer.

Wie schütze ich Lauch und Rosenkohl vor Kahlfrost?

Bei strengem Frost ohne Schneedecke hilft eine Abdeckung aus Reisig, Stroh oder Vlies. Sie hält außerdem den Boden länger offen, sodass du Lauch auch in Frostperioden stechen kannst. Grünkohl ist sehr frosthart und braucht meist keinen Schutz.

Lohnt sich eine Pflanzenleuchte nur für ein paar Chilipflanzen?

Für wenige Pflanzen reicht eine kleine LED-Leuchte mit Zeitschaltuhr. Wer keine möchte, wartet bis Februar oder März: Mit dem besseren Tageslicht holen die Pflanzen viel auf, nur die Ernte beginnt etwas später.

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