Gartenarbeit im Februar
Im Februar kehrt das Licht zurück. Die Tage werden von rund neun auf knapp elf Stunden länger, und obwohl der Garten noch winterlich aussieht, beginnt jetzt das eigentliche Gartenjahr: Auf der Fensterbank keimen die ersten Gemüse, und an frostfreien Tagen steht der Schnitt der Obstgehölze an.
Das Wetter wechselt im Februar oft zwischen Frost, Tauwetter und Dauerregen. In milden Lagen am Rhein und Main trocknet der Boden schon ab, in den Mittelgebirgen und im Alpenvorland bleibt es bis in den März Winter, und an der Küste kommt häufig kalter Ostwind dazu. Daraus folgt eine einfache Faustregel: Drinnen darfst du früh beginnen, draußen noch nicht. Wer jetzt im Freiland sät, verliert das Saatgut meist an Kälte und Fäulnis, wer drinnen mit frischer Anzuchterde, Licht und Geduld arbeitet, gewinnt Wochen Vorsprung.
Anzucht ab Februar: Paprika, Sellerie, Lauch
Paprika braucht zum Keimen konstant 22 bis 25 °C und 10 bis 20 Tage Geduld, deshalb beginnt die Anzucht schon jetzt. Ein Beispiel: Säst du am 15. Februar, erscheinen die Keimlinge zwischen dem 25. Februar und dem 7. März, bis zum Auspflanzen Mitte Mai vergehen knapp 13 Wochen. Zwölf Pflanzen im Abstand von 60 × 40 cm brauchen rund 3 m² Beet (12 × 0,24 m²). Rechnest du mit einer Keimrate von 75 Prozent, säst du 16 Samen aus.
Sellerie ist ein Lichtkeimer: Die feinen Samen nur andrücken und nicht mit Erde bedecken, dann dauert die Keimung 14 bis 21 Tage. Lauch lässt sich in einer flachen Schale vorziehen und im Sommer ins Beet setzen. Tomaten stehen im Steckbrief ab Februar, die Monatsliste legt sie auf März. Für die meisten Fensterbänke ist März die bessere Wahl, weil das Licht dann reicht. Sobald das erste echte Blattpaar erscheint, pikierst du die Keimlinge in Einzeltöpfe.
Draußen kannst du weiter Feldsalat ernten: Schneide die Rosetten knapp über der Wurzel ab, damit die Blätter zusammenhalten, und decke das Beet bei Kahlfrost mit Vlies ab. Grünkohl und Lauch liefern weiter, solange der Boden nicht gefroren ist.
Schnittzeit für Kernobst, Reben und Beerensträucher
An frostfreien Tagen beginnt der Obstbaumschnitt. Apfel und Birne schneidest du in der Saftruhe, bis kurz vor dem Austrieb. Entferne zuerst alles Tote, Kranke und nach innen Wachsende, dann steil aufrechte Wassertriebe und Konkurrenten der Leitäste. Verteile größere Eingriffe lieber über mehrere Jahre, statt einen Baum in einem Winter radikal zu kürzen. Steinobst wie Kirsche, Pflaume und Mirabelle lässt du jetzt in Ruhe und schneidest es nach der Ernte im Sommer.
Weintrauben schneidest du im Winter, am besten bis Ende Februar, denn nach dem Saftanstieg bluten die Schnittstellen stark. Bei Johannisbeeren und Stachelbeeren ist das älteste Holz dran. Himbeeren der Herbstsorten werden jetzt komplett bodennah abgeschnitten, bei Sommersorten dünnst du nur zu dichte Jungruten aus und entfernst die abgetragenen Ruten nach der Ernte. Die Grundlagen stehen im Ratgeber Pflanzen richtig schneiden.
Vorfrühling im Ziergarten und auf der Fensterbank
Tulpen und Narzissen schieben erste Spitzen. Lass das Laub unberührt und decke die Spitzen nur bei sehr strengem Frost mit Reisig ab. Hortensien und Rosen bleiben vorerst ungeschnitten: Die alten Rispen schützen die Knospen, und der Rosenschnitt gehört in den März oder April. Winterharte Gräser und Stauden mit Fruchtständen schneidest du erst kurz vor dem Neuaustrieb zurück, bis dahin bieten sie Insekten und Vögeln Unterschlupf.
Orchideen blühen jetzt häufig. Ein wöchentliches Tauchbad in temperiertem, kalkarmem Wasser genügt, danach muss alles Wasser abtropfen. Umtopfen und Stecklinge bei Monstera oder Efeutute verschiebst du auf April, wenn das Wachstum einsetzt.
Gewächshaus, Boden und saubere Anzucht
Bei der Anzucht entscheidet Sauberkeit über den Erfolg. Wasche Töpfe und Schalen heiß aus, nimm frische, nährstoffarme Anzuchterde und gieße mit zimmerwarmem Wasser von unten. Zu nasse und zu dichte Saat fördert Keimlingsfäule, bei der die Stängel am Boden einknicken, und Trauermücken, deren Larven an den Wurzeln fressen. Gelbtafeln fangen die erwachsenen Mücken, eine dünne Sandschicht auf der Erde erschwert die Eiablage.
Im Gewächshaus oder Frühbeet reinigst du jetzt die Scheiben, denn Schmutz und Algen schlucken im Winter wertvolles Licht. Lüfte an milden Tagen kurz, damit sich keine Feuchtigkeit staut. Im Garten lässt du Kompost und Dünger noch im Sack: Auf gefrorenem oder durchnässtem Boden werden Nährstoffe eher ausgewaschen als aufgenommen. Wie du den Boden dann testest und vorbereitest, steht auf der Seite zum März.
Typische Fehler im Februar
Diese Fehler kosten im Februar die meisten Pflanzen:
- Zu früh im Freiland säen. Auf kaltem, nassem Boden faulen die Samen, bevor sie keimen.
- Tomaten schon im Januar vorziehen. Ohne Zusatzlicht werden die Pflanzen lang und schwach und sind bis Mitte Mai längst zu groß für ihre Töpfe.
- Nach dem Keimen zu warm stellen. Die Keimlinge brauchen hellen Stand und etwas niedrigere Temperaturen als zur Keimung, sonst vergeilen sie.
- Pikieren verpassen. Bleiben die Sämlinge zu lange in der Schale, verfilzen die Wurzeln und die Pflanzen konkurrieren um Licht.
- Bei Dauerfrost schneiden. Das Holz reißt, und die Wunden heilen schlecht.
Häufige Fragen zur Gartenarbeit im Februar
Wann beginne ich mit der Tomatenanzucht?
Der Steckbrief nennt Februar und März. Wer ein sehr helles Fenster oder eine Pflanzenleuchte hat, kann Ende Februar beginnen, sonst ist Anfang bis Mitte März sicherer. Die Pflanzen bleiben dann kräftig und sind zu den Eisheiligen trotzdem groß genug.
Wie viel Licht brauchen Keimlinge im Februar?
So viel wie möglich. Stelle die Schalen direkt ans hellste Fenster und drehe sie täglich, damit die Keimlinge nicht zum Licht kippen. Wirken sie lang und blass, hilft eine Pflanzenleuchte.
Kann ich Rosen und Hortensien schon im Februar schneiden?
Besser nicht. Rosen schneidest du im März oder April kurz vor dem Austrieb, Hortensien im zeitigen Frühjahr. Bis dahin schützen die alten Triebe und Rispen die Knospen vor Frost.
Welche Aussaaten sind im Februar noch zu früh?
Alles, was bis zum Auspflanzen nur drei bis vier Wochen Anzucht braucht, etwa Gurken, Zucchini und Kürbis. Sie würden auf der Fensterbank überwachsen. Der Aussaatkalender zeigt dir die passenden Monate je Pflanze.
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