Pflanzensteckbrief

⚪ Rettich

GemüseSchwachzehrer
🌱
Aussäen
Mär, Apr, Mai, Jun, Jul, Aug, Sep
🪴
Pflanzen
Keine Direktsaat/Pflanzung üblich
🧺
Ernten
Mai, Jun, Jul, Aug, Sep, Okt, Nov
⏱️
Keimdauer
5–10 Tage
📏
Reihen- × Pflanzabstand
30 × 20 cm
💧
Wasserbedarf
10 L/m²/Woche
🧪
Düngerbedarf
30 g/m²
☀️
Kategorie
Gemüse

Rettich im Überblick

Der Rettich gehört wie das Radieschen zur Art Raphanus sativus und zu den Kreuzblütlern. Er stammt vermutlich aus Asien und ist seit der Antike in Europa bekannt. Von seinem kleinen Verwandten unterscheiden ihn die Größe der Wurzel und die längere Kulturzeit: Sommerrettich ist nach sechs bis acht Wochen erntereif, Winterrettich, den du im Juli oder August säst, braucht bis zur Ernte im Oktober und November deutlich länger.

Die Schärfe kommt von Senfölen und ist beim Rettich ausgeprägter als beim Radieschen; sie nimmt bei Trockenheit und Hitze zu. Als Schwachzehrer begnügt sich der Rettich mit etwa 30 g organischem Dünger pro Quadratmeter und gut 10 Litern Wasser pro Quadratmeter und Woche. Wichtig ist tiefgründiger, lockerer Boden ohne Steine, damit die Wurzel gerade nach unten wächst.

Bei 30 cm Reihen- und 20 cm Pflanzabstand belegt jede Pflanze 0,06 m², auf einem Quadratmeter stehen also nur etwa 17 Rettiche, beim Radieschen sind es rund 167. Eine Reihe von 3 m Länge fasst 15 Pflanzen und liefert bei 0,3 kg je Wurzel rechnerisch 4,5 kg, ein Beet von 2 m² etwa 10 kg.

Standort & Boden

Sonnig bis halbschattig, bei sommerlicher Aussaat eher im Halbschatten, um vorzeitiges Schießen zu vermeiden.

Lockerer, tiefgründiger und steinfreier Boden ohne frischen Mist.

Aussaat & Pflanzung

Direktsaat von März bis September, Sommerrettich in mehreren Sätzen, Winterrettich ab Juli/August für die Lagerung.

Pflege

Gleichmäßig feucht halten – bei Trockenheit werden die Knollen schnell scharf und holzig. Rechtzeitig vereinzeln, damit sich kräftige Knollen bilden.

Ernte

Sommerrettich nach 6–8 Wochen, Winterrettich ab Oktober vor dem ersten stärkeren Frost roden und kühl lagern.

Sorten und Auswahl

Sommerrettich, der von März bis Juni gesät wird, wächst schnell und hat saftiges, scharfes Fleisch, zum Beispiel in langen weißen oder in roten Typen. Bei Hitze und langen Tagen wird er rasch schossig und pelzig. Winterrettich wird ab Juli gesät, ist fester, lagerfähiger und schärfer. Dazu zählen schwarzschalige Typen, rübenförmige Sorten in Rot und Grün sowie lange, milde weiße Typen asiatischer Herkunft wie der Daikon.

Die Schossfestigkeit bestimmt die Aussaatzeit: Für die frühe Saat im März und April nimmst du Sommersorten, die dafür gezüchtet sind. Winterrettich sät man nach dem längsten Tag, dann bleibt er im Spätsommer stabil. Rettichsamen bleiben bei kühler, trockener Lagerung etwa vier Jahre keimfähig. Eigenes Saatgut gewinnst du nur, wenn nicht gleichzeitig Radieschen blühen, denn beide kreuzen sich.

Rettich anbauen: Schritt für Schritt

  1. März bis Mai (Sommerrettich): Säe in 1 bis 2 cm tiefe Rillen mit 30 cm Reihenabstand. Die Keimung dauert 5 bis 10 Tage, den Termin liefert der Keimdauer-Rechner. Frühe Saaten schützt Vlies.
  2. Nach dem Auflaufen: Vereinzele konsequent auf 20 cm Abstand. Fläche und Stückzahl rechnet der Pflanzabstandsrechner.
  3. Düngen und Gießen: Arbeite vor der Saat reifen Kompost und etwa 30 g organischen Dünger je Quadratmeter ein, bei 2 m² also 60 g; den Wert für dein Beet nennt der Düngerrechner. Gieße gleichmäßig, mit 10 Litern pro Quadratmeter und Woche braucht ein 2-m²-Beet etwa 20 Liter, mehr dazu im Bewässerungsrechner.
  4. Mai bis Juni: Säe einen zweiten Satz, im Sommer halbschattig, denn Hitze und lange Tage fördern das Schossen.
  5. Juli bis Anfang August (Winterrettich): Säe ab Juli in einem freien Beet. Bei Trockenheit wässern, gegen Erdflöhe hilft ein Kulturschutznetz.
  6. Mai bis August: Ernte den Sommerrettich nach sechs bis acht Wochen. Je mehr Sätze du staffelst, desto länger hast du frische Rettiche.
  7. September: Mit schnell reifenden Sorten kannst du noch einmal säen und im November ernten, bei Frostgefahr unter Vlies.
  8. Oktober bis November: Rode den Winterrettich vor dem ersten stärkeren Frost, drehe das Laub ab und lagere die Wurzeln kühl ein.

Häufige Fehler

  • Zu eng stehen lassen. Auf weniger als 20 cm Abstand wachsen dünne, verformte Wurzeln und viel Laub. Vereinzele früh und strikt.
  • Sommersaat in praller Sonne. Hitze und lange Tage lassen Sommerrettich schießen und innen pelzig werden. Wähle halbschattige Plätze, kühle Aussaatzeiten und schossfeste Sorten.
  • Wechselhaft gießen. Trockenheit macht Rettich scharf und holzig, plötzlich viel Wasser nach Dürre lässt ihn aufplatzen. Gieße gleichmäßig und mulche den Boden.
  • Zu spät ernten. Überreife Rettiche sind innen schwammig und hohl. Greife zur Probe nach einer Wurzel; sie soll sich fest und schwer anfühlen.
  • Schnecken und Gurken im Umfeld. Junge Keimlinge werden von Schnecken gefressen, Blattläuse sitzen an Blättern. Gurken sind laut Steckbrief ein schlechter Nachbar, Karotten, Erbsen und Salat dagegen gute.

Ernte, Verwendung und Lagerung

Sommerrettich erntest du nach sechs bis acht Wochen, sobald die Wurzel dick, aber noch fest ist und sich leicht aus dem Boden ziehen lässt. Winterrettich rodest du im Oktober oder November vor dem ersten stärkeren Frost. Drehe das Laub ab, ohne die Wurzel zu verletzen. Sommerrettich verbrauchst du am besten schnell, Winterrettich hält deutlich länger.

Sommerrettich schmeckt als Spiral- oder Scheibenschnitt, gesalzen und gehobelt im Salat. Winterrettich passt als Rohkost, fein geraspelt, oder eingelegt. Im Gemüsefach hält sich Rettich mit abgeschnittenem Laub etwa eine Woche. Winterrettich lagerst du in Kisten mit feuchtem Sand im kühlen Keller bei 0 bis 5 °C bis in den Winter.

🤝 Gute Nachbarn

KarottenErbsenSalat

🚫 Schlechte Nachbarn

Gurken

Typische Probleme

Häufige Fragen zu Rettich

Was ist der Unterschied zwischen Rettich und Radieschen?

Beide gehören zur Art Raphanus sativus. Das Radieschen ist klein, schnell erntereif und steht auf 4 cm Abstand. Der Rettich wird groß, braucht 20 cm Platz und eine längere Kulturzeit, als Winterrettich ist er außerdem gut lagerfähig.

Wann säe ich Winterrettich?

Ab Juli bis Anfang August. Säst du früher, schießt er im Sommer, säst du später, bleiben die Wurzeln klein. Geerntet wird im Oktober oder November vor dem ersten stärkeren Frost.

Warum wird mein Rettich holzig oder hohl?

Ursachen sind Trockenheit, Hitze und eine zu späte Ernte. Gieße gleichmäßig, ernte rechtzeitig und wähle für Sommersaaten schossfeste Sorten und einen halbschattigen Platz.

Kann ich Rettich im Kübel ziehen?

Ja, in einem Gefäß von mindestens 30 cm Tiefe. Wähle Sommerrettich, lasse je Pflanze etwa 20 cm Platz und gieße regelmäßig. Winterrettich braucht mehr Erde und gelingt im Beet besser.

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