🌿 Dill
Dill im Überblick
Dill stammt aus dem Mittelmeerraum und Vorderasien und gehört zu den Doldenblütlern. Er ist einjährig, wächst aufrecht mit fein gefiederten, blaugrünen Blättern und erreicht je nach Typ 60 bis 120 cm Höhe. Im Sommer erscheinen gelbe Dolden, aus denen sich die Samen entwickeln.
Dill ist ein Schwachzehrer mit etwa 6 Litern Wasserbedarf pro Quadratmeter und Woche, will aber Sonne, Windschutz und lockeren Boden. Er bildet eine Pfahlwurzel und mag kein Verpflanzen, deshalb wird er immer direkt an Ort und Stelle gesät.
Auffällig ist seine Neigung zur Selbstaussaat. Lässt du Dolden ausreifen, fallen die Samen aus, und im nächsten Frühjahr stehen junge Pflanzen im Beet, oft an anderer Stelle als geplant. Die Dolden locken außerdem Schwebfliegen und andere Nützlinge an, deren Larven Blattläuse fressen.
Standort & Boden
Sonnig und windgeschützt.
Lockerer, mäßig nährstoffreicher Boden.
Aussaat & Pflanzung
Direktsaat von April bis Juli, Dill bildet eine Pfahlwurzel und lässt sich schlecht verpflanzen.
Pflege
Mäßig, aber regelmäßig gießen. In mehreren Sätzen aussäen für laufende Ernte über den Sommer.
Ernte
Dillspitzen laufend ab 6–8 Wochen ernten, Dillblüten und Samen im Spätsommer zum Einlegen ernten.
Sorten und Auswahl
Entscheidend ist, wofür du den Dill brauchst. Spät schossende Typen bleiben lange im Blattstadium und liefern über Wochen Kraut. Typen mit großen, kräftigen Dolden gelten als beste Wahl zum Einlegen von Gurken. Zwergtypen bleiben mit etwa 30 bis 45 cm kompakt und passen in Töpfe und Balkonkästen, liefern aber weniger Kraut.
Selbst gewonnene Samen bleiben etwa drei Jahre keimfähig. Du erntest sie aus voll ausgereiften, braunen Dolden, wie es der Ratgeber Saatgut gewinnen und lagern beschreibt. Weil Dill sich ohnehin selbst aussät, bekommst du oft Nachwuchs geschenkt.
Dill anbauen: Schritt für Schritt
- April: Direkt ins Beet säen, Reihen 25 cm auseinander, Samen etwa 1 cm tief. Die Keimung dauert 10 bis 20 Tage, den Termin nennt der Keimdauer-Rechner. Umsetzen verträgt Dill nicht.
- Mai: Sämlinge ab etwa 5 cm Höhe auf 10 cm vereinzeln. Bei 25 × 10 cm stehen 40 Pflanzen auf einem Quadratmeter, die Zahl für deine Fläche nennt der Pflanzenanzahl-Rechner.
- Mai bis Juli: Alle drei bis vier Wochen eine neue Reihe säen, sonst reifen alle Pflanzen gleichzeitig und schießen auf einmal. Der Aussaatkalender zeigt die Saatfenster.
- Juni bis September: Mäßig, aber regelmäßig gießen, rund 6 Liter pro Quadratmeter und Woche. Gedüngt wird sparsam, höchstens 20 g organischer Dünger pro Quadratmeter, sonst wird das Laub weich.
- Ab Juni: Sechs bis acht Wochen nach der Aussaat Dillspitzen laufend schneiden. Hohe Pflanzen knicken bei Wind leicht, ein Platz im Windschatten oder ein Stab hilft.
- Juli bis September: Zum Einlegen nimmst du Dolden, wenn die gelben Blüten voll geöffnet sind. Für Samen lässt du einzelne Dolden bräunen und erntest sie, bevor sie ausfallen. Eine Dolde darf stehen bleiben, dann sät sich Dill selbst aus.
Häufige Fehler
- Verpflanzen. Die Pfahlwurzel nimmt Umsetzen übel, die Pflanzen kümmern oder schießen sofort. Säe an Ort und Stelle.
- Eine einzige Aussaat. Dill wird nach wenigen Wochen hoch und blüht. Mit Staffelsaat bleibt immer ein Satz im zarten Stadium.
- Zu eng und zu üppig. Dicht gesäter, stark gedüngter Dill wird lang, weich und fällt um. Vereinzeln und sparsam düngen.
- Falsche Nachbarn. Neben Karotten und Fenchel gilt Dill als ungünstig, besser stehen Gurken, Kohl und Zwiebeln. Als Doldenblütler zählt er in der Fruchtfolge zu Karotten und Sellerie, die erst nach drei bis vier Jahren wieder auf dasselbe Beet sollten.
- Hitze und Trockenheit. Bei Trockenstress im Hochsommer schießt Dill schneller. Mulche zwischen den Reihen, gieße regelmäßig und säe im Hochsommer neu.
Ernte, Verwendung und Lagerung
Die Dillspitzen schneidest du ab etwa sechs bis acht Wochen nach der Aussaat, am besten morgens mit der Schere. Verwende sie frisch an Gurkensalat, Quark, Kartoffeln, Fisch und in Soßen und gib sie erst am Ende zu, weil langes Kochen das Aroma abbaut. Dillblüten und -samen gehören ins Glas mit eingelegten Gurken, die Samen würzen auch Brot und Kohlgerichte.
Zum Haltbarmachen frierst du gehackte Spitzen portionsweise ein, so bleibt das Aroma besser als beim Trocknen. Getrockneter Dill verliert viel Duft und liegt dunkel in dicht schließenden Gläsern am besten. Dillsalz aus frischem Kraut hält länger, Samen trocknest du zehn bis vierzehn Tage auf Papier und füllst sie dann in ein Glas.
🤝 Gute Nachbarn
🚫 Schlechte Nachbarn
Häufige Fragen zu Dill
Warum schießt mein Dill so schnell in die Blüte?
Hitze, Trockenheit und dichte Aussaat beschleunigen die Blüte, außerdem ist Dill einjährig und will sich fortpflanzen. Säe in Sätzen, gieße gleichmäßig und wähle spät schossende Typen.
Darf Dill neben Möhren oder Fenchel stehen?
Besser nicht. Alle drei sind Doldenblütler, teilen Schädlinge, und Gärtner berichten, dass Möhren in Dillnähe schlechter wachsen; Fenchel gilt als besonders ungünstiger Partner. Plane Dill neben Gurken, Zwiebeln oder Kohl.
Kann ich Dill im Topf ziehen?
Ja, wähle einen mindestens 25 cm tiefen Topf wegen der Pfahlwurzel und einen Zwergtyp. Säe direkt in den Topf, stelle ihn sonnig und windgeschützt auf und gieße regelmäßig, weil Töpfe schneller austrocknen.
Wie halte ich die Selbstaussaat im Zaum?
Entferne die Dolden, bevor die Samen reif sind und fallen, oder lass bewusst eine Pflanze stehen. Im Frühjahr ziehst du unerwünschte Sämlinge aus dem Beet; wo sie bleiben dürfen, vereinzelst du sie auf 10 cm.
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