🌼 Narzissen
Narzissen im Überblick
Narzissen gehören zu den Amaryllisgewächsen und stammen vor allem aus Südwesteuropa und dem Mittelmeerraum. Die Wildform der Gelben Narzisse wächst in einigen Wiesentälern der westlichen Mittelgebirge und steht unter Schutz. Im Garten sind die Narzissen oft die ersten Boten des Frühlings: Ihre Blüte beginnt im März und reicht bis in den April, früher als bei den meisten Tulpen.
Als Schwachzehrer kommen sie mit etwa 30 g organischem Dünger pro Quadratmeter aus und brauchen zur Blüte nur gelegentlich 5 Liter pro Quadratmeter und Woche. Mit 15 cm Reihen- und 10 cm Pflanzabstand passen etwa 66 Zwiebeln auf einen Quadratmeter. Eine Gruppe aus 25 Zwiebeln belegt rechnerisch knapp 0,4 m², etwa eine Fläche von 60 × 60 cm. Anders als Tulpen bleiben Narzissen viele Jahre am Platz, bilden Brutzwiebeln und breiten sich zu dichten Horsten aus.
Hinweis: Alle Teile der Narzisse sind giftig, besonders die Zwiebel. Sie sieht Küchenzwiebeln ähnlich, deshalb nicht in der Nähe von Lebensmitteln lagern. Für Hunde, Katzen und Pferde ist sie gefährlich, der Saft kann Haut und Schleimhäute reizen. Wühlmäuse lassen Narzissenzwiebeln deshalb meist liegen.
Standort & Boden
Sonnig bis halbschattig, gedeihen auch unter locker belaubten Bäumen, solange im Frühjahr genug Licht ankommt.
Durchlässiger, humoser Boden ohne Staunässe.
Aussaat & Pflanzung
Keine Aussaat – Zwiebeln im Herbst (September/Oktober) pflanzen, am besten etwas früher als Tulpen, damit sie gut einwurzeln.
Pflege
Mäßig gießen. Nach der Blüte das Laub stehen lassen, bis es vergilbt ist, damit die Zwiebel Kraft für das nächste Jahr sammelt.
Ernte
Blütezeit von März bis April.
Sorten und Auswahl
Die Klassifikation richtet sich nach der Blütenform. Trompetennarzissen sind die klassischen Osterglocken mit langer Trompete, Großkronige und Kleinkronige tragen eine flache Krone, Gefüllte wirken üppig, brechen aber bei Regen leichter. Tazetten haben mehrere stark duftende Blüten je Stiel und sind etwas frostempfindlicher. Cyclamineus-Typen bleiben klein, die Blütenblätter sind zurückgeschlagen, und Dichternarzissen mit weißen Blättern öffnen spät im April.
Mit gemischten Typen verlängerst du die Blütezeit um mehrere Wochen. Trompetennarzissen und Cyclamineus-Typen verwildern auch im Rasen zuverlässig, Tazetten gedeihen am besten in geschützter Lage oder im Kübel. Beim Kauf zählt eine große, feste Zwiebel ohne weiche Stellen oder Schimmel.
Narzissen anbauen: Schritt für Schritt
- September: Zwiebeln so früh wie möglich pflanzen, bis Oktober geht es noch. Narzissen wurzeln schon im Herbst kräftig und sollten vor den Tulpen in den Boden.
- Platzwahl: Sonnig bis halbschattig, auch unter laubabwerfenden Gehölzen, solange im Frühjahr Licht ankommt. Der Boden sollte durchlässig sein, bei Verdichtung hilft der Bodenverbesserungs-Rechner.
- Beim Pflanzen: Tiefe etwa das 2- bis 3-fache der Zwiebelhöhe, bei 6 cm hohen Zwiebeln also 12 bis 18 cm. Für ein natürliches Bild wirfst du die Zwiebeln aus der Hand und pflanzt dort, wo sie liegen. Mit dem Pflanzabstandsrechner planst du größere Flächen.
- Oktober: Mit Laub abdecken (Ratgeber Mulchen) und nur gießen, wenn es lange trocken bleibt.
- Februar bis März: Die ersten Spitzen brauchen keinen Schutz, leichter Frost schadet nicht. Zum Austrieb etwa 30 g organischen Dünger pro Quadratmeter geben (Düngerrechner).
- März bis April: Blüte. Nur bei anhaltender Trockenheit gießen, als Richtwert 5 Liter pro Quadratmeter und Woche (Bewässerungsrechner).
- Nach der Blüte: Verblühte Köpfe abschneiden, das Laub etwa sechs Wochen stehen lassen. Im Rasen mähst du erst, wenn es gelb ist.
- Mai bis Juli, alle vier bis fünf Jahre: Lässt die Blüte nach, teilst du dichte Horste, sobald das Laub vergilbt, und pflanzt die Zwiebeln gleich wieder ein.
Häufige Fehler
- Laub zusammenbinden oder früh kappen. Die Zwiebel braucht das grüne Laub, um Reserven zu speichern. Binde es nicht zu Zöpfen und schneide es erst nach dem Vergilben ab.
- Zu spät pflanzen. Zwiebeln, die erst im Dezember in den Boden kommen, wurzeln schlecht und blühen kümmerlich. Pflanze bis Oktober.
- Zu dicht stehen lassen. Nach einigen Jahren konkurrieren die Brutzwiebeln, die Blüte wird schwach. Der Horst wird dann geteilt und neu gepflanzt.
- Zwiebeln lange unverpackt liegen lassen. Sie trocknen aus oder schimmeln in Plastiktüten. Kühl, luftig und kurz lagern, dann pflanzen.
- Frisch geschnittene Narzissen zu anderen Blumen stellen. Der Schleim im Stiel schadet anderen Blumen. Lass sie einige Stunden separat im Wasser stehen und arrangiere sie dann ohne erneuten Anschnitt.
Blüte, Verwendung und Überwinterung
Als Schnittblume schneidest du Narzissen im Knospenstadium, sobald die Hülle aufreißt und Farbe sichtbar wird. Sie öffnen sich in der Vase und halten etwa eine Woche. Der Saft der Stiele ist reizend, trage bei empfindlicher Haut Handschuhe. Tazetten schenken dir zusätzlich einen kräftigen Duft im Raum.
Im Garten wirken Narzissen in Gruppen am Beetrand, unter Sträuchern, im Rasen und im Topf. Hummeln und Wildbienen finden früh im Jahr Nektar. Die Zwiebeln kannst du nach dem Teilen verschenken oder tauschen. Verzehre nichts von der Pflanze.
🤝 Gute Nachbarn
🚫 Schlechte Nachbarn
Häufige Fragen zu Narzissen
Wann pflanze ich Narzissen?
Von September bis Oktober, möglichst früh. Sie sollen im Herbst gut einwurzeln, deshalb setzt man sie vor den Tulpen. Mit einer Pflanztiefe von 12 bis 18 cm bei großen Zwiebeln stehen sie sicher.
Wann darf ich das Laub abschneiden?
Erst wenn es gelb geworden ist, etwa sechs Wochen nach der Blüte. Bis dahin sammelt die Zwiebel Kraft. Im Rasen gilt dasselbe für den ersten Schnitt.
Sind Narzissen für Hunde und Katzen giftig?
Ja, die Zwiebeln und alle Pflanzenteile sind giftig und können Erbrechen und Durchfall auslösen. Halte Tiere vom Beet fern und rufe bei Verdacht auf Verzehr Tierarzt oder Giftnotruf.
Wie bringe ich Narzissen in den Rasen?
Im September wirfst du Zwiebeln locker aus und setzt sie mit einem Pflanzer oder Spaten dort ein. Mähe nach der Blüte erst, wenn das Laub gelb ist. Anfangs blühen sie schwach, nach ein bis zwei Jahren werden die Gruppen dichter.
Passende Ratgeber
Boden verbessern und für die Saison vorbereiten
Gartenboden verbessern: Bodenart per Fingerprobe bestimmen, Humus aufbauen mit Kompost, Gründüngung und Mulch, Verdichtung und Staunässe beheben.
Artikel lesen →Mulchen im Garten: Material, Schichtdicke und Zeitpunkt
Mulchen im Garten: welches Material sich wofür eignet, wie dick die Schicht sein sollte, wann du mulchst und wie du Schnecken und Stickstoffmangel vermeidest.
Artikel lesen →